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    Willkommen bei Kaktus
    Saturday, 24. June 2017 @ 03:58

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    Wir frieren – ein Wintermärchen!

    Brief eines Lehrers

    Die folgende Geschichte ist ein Märchen. (Es fällt iin die in der Zwischenzeit - hoffentlich - zurückliegende kalte Jahreszeit.) Die geschilderten Vorgänge haben also nie stattgefunden und sind frei erfunden.

    Hurra, wir bekommen eine Schule! Vor gar nicht so langer Zeit, genau im Jahre 1994, versammelten sich auf einem Acker hinter dem Kagraner Friedhof eine Handvoll Bauarbeiter mit allerlei schwerem Gerät, um mit dem Neubau einer Schule zu beginnen. Es lebten damals schon viele Menschen rundherum; also sollte die Schule groß werden – aber der Bau sollte auch möglichst wenig Kosten verursachen. Also wurde ein Architekt gleich eingespart und einfach ein bereits bestehender Bau ein zweites Mal errichtet und die Preisanbote der Ausstatter ins unglaublichste Niedrigniveau gedrückt. So mancher Billigstbieter war bereits bankrott, als ihn die Reklamationswelle erreichte.

    Was niemanden überraschen wird: die Kosten, die für den Betrieb, für Beheizung und Beleuchtung danach anfielen, waren hoch, sehr hoch; die Fenster entpuppten sich als Dauerreparaturauftrag – ihre Verriegelungsmechanik: viel zu schwach; auch die thermische Isolierung war so billig wie nur möglich ausgeführt. Die daraus folgenden hohen Betriebskosten – mussten runter! Aber wie?

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    Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“

    Brief eines Lehrers von Karl Gugler

    Schulbeginn! Die Publikationen der Stadtverwaltung bejubeln das Schulsanierungspaket. „Wir nehmen dafür auch in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand!“ Warum nur aber kommt davon bei der AHS Theodor Kramer Straße so gut wie überhaupt nichts an?

    Zum Stand der Dinge …

    Ein erster Rundgang in der letzten Ferienwoche in unserem Schulhaus endet am Abend mit depressiver Verstimmung. Alles noch da – so wie im letzten Schuljahr:

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    Neue Schule – neue Hoffnung?

    Brief eines Lehrers von Karl Gugler

    Alljährlich ab Februar werden die wichtigsten Weichen gestellt – von den Eltern für ihre Kinder, die davon anfänglich gar nichts wissen wollen. Sie ahnen nicht, dass sie für die nationale Wirtschaft der so „wichtige Rohstoff“ sind, mit dem die Wirtschaftstreibenden die internationale Konkurrenz zu gewinnen versuchen (zit. nach Dr. Hannes ANDROSCH).

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    Wollt‘ ihr wirklich SO leben?

    Brief eines Lehrers von Karl Gugler

    Das frage ich mich entsetzt, seit das Ergebnis der Wien-Wahl 2015 da ist. Nur 1,07 % für Wien Anders ist niederschmetternd.

    Auch wenn ich den Anti-Strache-Trick der Häupl-SPÖ gegenrechne, kann einen so ein Ergebnis nur entsetzen und den Glauben an die WählerInnen verlieren lassen.

    Was ist …

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    Von einer besseren Welt träumen!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Immer zu Schuljahresbeginn erhalte ich einen Haufen 14-Jähriger anvertraut mit dem Auftrag, ihnen Grundbegriffe der Chemie beizubringen. Nach den Rückmeldungen, die ich von Schülern und Eltern erhalte, gelingt mir das offenbar ganz gut. Besonders interessant für mich sind bei diesem Unterricht jene Momente, wenn Schüler Fragen zur Welt der Erwachsenen, zum Arbeitsleben stellen. Das brennt richtig unter den Nägeln der Jugendlichen und das ist ja auch logisch, wenn man die ersten tollpatschigen Schritte in diese Welt tut. „Lebenskunde“ habe ich solche Unterrichtsabschnitte in der Zwischenzeit getauft. Dieses „Fach“ haben sie sehr gerne. Da habe ich die höchste Einschaltquote.

    „Lebenskunde“ enthält Kapitel zur Partnerfindung, Kapitel zur Umwelt und Kapitel zum Arbeitsleben. Zu diesem letztgenannten Thema fällt mir in den letzten Jahren kaum noch Positives ein. Das wäre aber wichtig, weil es den Optimismus der Kinder verstärken würde. Ich kann ihnen fast nur noch Negatives aus der Erwachsenenwelt darüber erzählen.

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    Sind wir im Sturzflug?

    Eine Gemeinheit jagt die andere. Darüber schreibt niemand. Nur der Kaktus!
    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Stress im Schulhaus, bei vielen SchülerInnen, aber auch bei den LehrerInnen. Der Juni ist verlaufen wie immer: Tests und Schularbeiten von finaler Bedeutsamkeit mussten organisiert und geschrieben werden, Prüfungen abgelegt; auch die mündliche Matura und zwar in völlig neuartiger Form. Dazwischen: Sprach- und Sportwochen. Kein Wunder also, dass dort und da die Nerven blank gelegen sind. Und teilweise noch liegen. Denn:

    Nach wie vor gibt es kein Budget für 2015! Mehrere Computer, Beamer, Audiogeräte, Stromversorgungsanlagen sind tot und dürfen nicht ersetzt werden. Nein, es ist nicht übertrieben: das trifft mich mitten ins (didaktische) Herz! Zurück zur Kreide?

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    „Bei 22 Stunden Arbeit wär‘ ich dienstagmittags fertig!“

    „Der wohldurchdachte Sager des Herrn Bürgermeisters in Vorwahlzeiten!"
    Brief eines Lehrers an den Kaktus - von Karl Gugler

    Sein Ziel: die Gefühle derer anzusprechen, die in den letzten Jahren immer mehr und schneller schuften mussten, dafür – kaufkraftbereinigt – immer weniger Geld zur Verfügung hatten und nun sehen, dass es für ihre Kinder nicht besser, sondern schlechter wird. Zeitgleich wurde denen so gründlich das Hirn gewaschen, dass sie erst gar nicht mehr auf die Idee kommen, die 35 Stunden Woche oder eine 6. oder 7. Woche Urlaub zu fordern.

    Das alles haben Sie als Politiker (mit)bewerkstelligt, Herr Bürgermeister. Jetzt rückt der Wahltermin näher und Sie haben offenbar Angst, nicht mehr zu gewinnen. Anders ist mir nicht erklärbar, warum Sie zu schwer untergriffigen und primitiven Aussagen greifen, die man von einem Hrn. Strache kennt, aber ich Ihnen nicht zugetraut hätte. Schließlich sind Sie ein Vertreter einer Partei, die früher einmal einen Bruno Kreisky, einen exzellenten Schul- und Bildungsreformer, an der Spitze hatte.

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    „Wir alle“ wollen mehr Autonomie!

    Brief eines Lehrers von Karl Gugler

    „Wir brauchen eine Bildungsrevolution!“, sagt die … Industriellenvereinigung.

    Nach zig Jahren Krise bleibt auch der Öffentlichkeit nicht mehr verborgen, dass Verelendung um sich greift. Neben den sogenannten „nicht ausreichend qualifizierten“ Mitmenschen ist davon auch die Infrastruktur, die ein kapitalistischer Staat bereithalten muss, betroffen. Gemäß dieser Logik steht also auch im Bildungswesen eine Neuorganisation an. „Autonomie! Autonomie!“ wird zum neuesten Schlachtruf.

    Ganz vorne läuft die Industriellenvereinigung (IV). Was dabei herauskommen soll, wenn der Dachverband der Kapitalisten eine Revolution fordert, ist irgendwo vorhersehbar. Nicht einen Generalstreik will sie, die IV, sondern nur das Bildungswesen sei völlig neu zu machen.

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    Ihr lasst uns verrotten!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Und wieder treibt mich eine Jubelmeldung einer stadtregierungsnahen Publikation in intensive Wutanfälle. „wien.at“ vom Oktober 2014, ein Produkt der MA 53, Presse- und Informationsdienst, steuergeldfinanziert vermutlich, schreibt: „Millionen für Bildung – 242 Schulen werden bis 2017 mit 570 Mio EUR saniert!“ Strahlende Kindergesichter und Bildungsstadtrat Oxonitsch allüberall.

    Herr Stadtrat, ich lade Sie ein zu einer Begehung unseres Hauses, damit Sie sehen, was Sache ist. Ich will Ihnen ja glauben, dass es auch das Positive – irgendwo – gibt und dass Sie das brauchen. Es sieht hierorts nur so völlig entgegengesetzt zu dem aus, wie Sie es darstellen (lassen).

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    „Neuer Glanz für Wiens Schulen!“

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Das war der Titel eines Artikels im VOR-Magazin vom Juli dieses Jahres. Und weil die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, widmete ich mich sofort seiner Lektüre. Dazu trug auch der viel versprechende Untertitel bei: „Einzigartig! Zeitgemäße und ordentliche Arbeitsplätze für Schüler/innen sind eine wichtige Investition in deren Zukunft.“

    Danach machte sich schnell Ernüchterung breit. Offenbar war berichtenswert, dass in Wien mehrere, ziemlich verrottete Schulgebäude repariert werden. Dass das bitter nötig ist, weiß ich aus der Erfahrung mit selbst neu errichteten Schulgebäuden wie unserem, das von Beginn an erhebliche bau- und vor allem ausstattungstechnische Mängel aufwies. Der Kampf um „zeitgemäße und ordentliche Arbeitsplätze“, der kostet mich den größten Aufwand meines Daseins als Lehrer. Fassaden und Dächer reparieren ist gut. Wie aber sehen die Klassenräume im Inneren des Gebäudes aus?

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    „Wollt ihr die totale Schule?“

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Ich habe lange überlegt und mich mit mehreren geschätzten Kollegen darüber beraten, ob es zulässig ist, das, was gerade mit dem Schulwesen gemacht wird, mit einem furchtbaren Sager von Joseph Goebbels zu überschreiben. Schließlich geht es nicht um Krieg. Niemand im Schulwesen ruft dazu auf, die Angehörigen anderer Völker zu vernichten. Die Rhetorik dazu ist auch bedeutend weniger hysterisch.

    Der totalitäre Charakter des neuen Bildungswesens …

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    „Natürlich wird ein Sparpaket kommen!“

    Brief eines Lehreres - von Karl Gugler

    Der Titel ist ein Zitat der Null-Uhr-Nachrichten auf Ö1 zum Stand der Koalitionsvereinbarungen von SPÖ und ÖVP vom 8.11.2013. Sie, die Kapitalisten und ihre Knechte, die Politiker/innen, lassen es uns schon jetzt wissen, was auf uns zukommt. Klar, die Wahlen sind vorbei. Jetzt oder vielmehr demnächst muss wieder ordentlich regiert werden. Und sie können sich getrost auf die Auswirkungen der Gehirnwäsche, die sie tagtäglich an uns vollbringen, verlassen. Krise, Krise allerorten …

    Nicht zufällig ist immer noch Krise angesagt. Das ist sehr zweckmäßig. Damit kann man den Men-schen sehr erfolgreich Angst machen. Dann kuschen die, schnallen bereitwillig den Gürtel noch enger und erklären jeden anderen für verantwortungslos, der gegen diese Frechheiten aufzubegehren vorhat.

    Wie eh und je werden es folgende Kapitel sein: Bildung (also: die Lehrer/innen), Gesundheit (also: die Spitalsmisere), Sicherheit (also: Personalkosten der Polizei) und die Pensionist/innen (also: die Kosten steigen zu sehr, weil die nicht rechtzeitig sterben).

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    Wo bleibt das Positive?

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    25 bisher für diese Zeitung geschriebene Artikel verleiten zur Rückschau (siehe: http://kaktus.kpoe.at/index.php?topic=Schulprobleme). Immer dann, wenn der Termin des Redaktionsschlusses näher kommt, plagt mich das Trauma, das mir meine Deutschlehrerin vor 43 Jahren verabreicht hat. Der Gugler, der ist doch ein germanistisches Nackerpatzl, der kann doch nichts Vernünftiges zu Papier bringen.

    25 Artikel zur Eigentherapie einerseits und ein hartnäckiger Kampf, diesen Beruf des Lehrers deutlich besser auszuführen, andererseits, waren die Folge. Die allgemein gültige Leitlinie dafür war bald erkannt: das Wahre, das Gute, das Schöne. Wenn ich es übersetzen darf: die Wissenschaft, die Ethik, die Kunst. So sehen das jedenfalls die Philosophen. Ich fürchte, ich habe die Kunst in meinem bisherigen Geschreibsel etwas vernachlässigt. Sie soll jetzt Platz erhalten, genauer der Teilbereich Musik.

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    Armut!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Wer hätte in den Siebzigerjahren geglaubt, dass man sich wieder mit Armut auseinander setzen muss? Statt um 2 Wochen Urlaub ging es um 3, dann 4 und 5 Wochen. Von 45 Stunden Arbeit pro Woche waren es bald 42,5, dann 40. Neue Schulgebäude wurden in hoher Anzahl gebaut, der Transport der Kinder dorthin erleichtert, die Schulbücher waren auf einmal gratis. Und wenn man es schaffte, möglichst lange eine weiterführende Schule zu besuchen und daran nicht gehindert wurde, dann rückte da auch schöne Arbeit in Reichweite, noch dazu mit besonders guter Bezahlung.

    Na dann, nix wie hin, dachten sich wohl alle Eltern, wenn sie sich die Zukunft ihrer Sprösslinge vor Augen führten. Denn es gilt, damals wie heute: für die eigenen Kinder nur das Beste.

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    Hoch die internationale ….. Konkurrenz!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Wenn ich meine Wochenpläne durchsehe, fällt auf: die „Wettkämpfe“ häufen sich: Wiener Lesetest, Känguru-Mathe-Wettbewerb, Bildungsstandard-Überprüfung Englisch, Evaluierung NMS, PISA-Test, TIMS-Studie, PIRL-Studie, die OECD mit „Bildung auf einen Blick“, dazu das „Jahr der Jungforscher/innen“, der „Talente-Scan Berufsbildung“ des Stadtschulrates für Wien gemeinsam mit der Wirtschaftskammer.

    „Wir“ gegen den Rest der Welt!

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    LehrerInnen – Nörgler, Pessimisten, Jammerlappen.

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Vorsichtige Jubelmeldung in der Wiener Bezirkszeitung: „Druck auf Schulen entschärft – Klassenschülerzahlen in den Gymnasien in der Donaustadt gesunken!“

    Fünfundzwanzig pro Klasse – maximal!?

    Vor geraumer Zeit wurde von der österreichischen Bundesregierung beschlossen, dass alsbald in keiner Schulklasse mehr als 25 SchülerInnen sitzen sollen. Ich seh' mir also die Klassenlisten der Unterstufe an unserer Schule an und halte hiermit fest: in 14 von 23 Klassen liegt die Anzahl der SchülerInnen bei 26 oder mehr – auch 28, 29 und 30 kommen vor. Das macht 61% Überschreitungsfälle; in den zweiten und dritten Klassen steigt der Satz auf 83%. Wie war das? Druck entschärft?

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    „MEINE Kinder verdienen die beste Bildung.“

    Brief eines Lehrers – von Karl Gugler

    „Was uns bewegt. Die Krone macht’s zum Thema.“ So wirbt die mächtigste Zeitung Österreichs zurzeit. Und man kann sich darauf verlassen, dass die Werbefritzen genau wissen, was das Volk hören will. Genauso könnte man sagen: „Unsere Schi-Asse verdienen das beste Material.“ Die „beste Bildung also für die eigenen Kinder“, die der anderen (welche da wohl gemeint sind?), naja, ist zweitrangig. Zeitungsfritzen müssen eben ihr eigenes Blatt an den Mann / die Frau bringen. Sie schauen deshalb sehr genau dem Volk aufs Maul und erregen damit Sympathie bei ihren Käufer/inne/n.

    Politiker/innen denken da schon eine Spur größer...

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    Barbarei!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Es ist beeindruckend. Die Kapitalisten veranstalten eine Krise, die dieses Mal von größerer Art ist und deren Auswirkungen sich über mehrere bis viele Jahre erstrecken soll – und die Untertanen zerbrechen sich sofort den Kopf darüber, wie man sie meistern könnte. Da sage noch einmal jemand, dass die Gehirnwäsche nicht funktionierte!

    Das Sparpaket folgt auf den Fuß. Die „Beamten“ leisten natürlich wieder einen Beitrag: eine ganze und eine halbe Nulllohnrunde sind es diesmal. Nimmt man als Maßstab für die Einkommenskürzung nicht die (irreführende) Inflationsrate, sondern das Preisniveau des alltäglichen Warenkorbes als Vergleich, dann macht das gut und gerne 10% Lohnkürzung aus.

    Und ich dachte bisher, der Herr Neugebauer würde das schon zu verhindern wissen. Nein – der war diesmal rechtzeitig auf Schiurlaub.

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    Bildungs“volks“begehren!

    Brief eines Lehrers – von Karl Gugler

    Na gut, die Beteiligung des Volkes am Bildungsvolksbegehren war ja nicht gerade berauschend. Ich werde den Eindruck nicht los, dass das Volk teilweise der Meinung anhängt, dass die Inhalte eines solchen Begehrens nicht zum Allerwichtigsten zählen.

    Worum es gehen hätte können

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    Ich gestehe, Frau Direktorin!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Es hat Sie also „mit Zorn und Ärger“ erfüllt, als Sie bei der Begehung unseres Schulgebäudes mit einem Inspektor von der Bundesimmobiliengesellschaft hören mussten, dass da ein Lehrer, wildgeworden, ohne ihr Wissen eine „unzulässige bauliche Veränderung“ vorgenommen hat.

    Dass Sie Ihrem Unmut darüber vor der voll versammelten Kolleg/inn/enschaft Ausdruck verleihen mussten, geschah vermutlich in der Absicht, es zu verhindern, dass so etwas ein weiteres Mal auftreten könnte.

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    Lügen, Lügen, nichts als Lügen!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    Vielleicht sollte ich mich wirklich einmal selbstständig machen und eine Hellseherei-Firma aufmachen. Dass die Lehrer-Beschimpferei jetzt aufhören würde, habe ich in der letzten Kaktus-Nummer geschrieben. Dass das mit einer derartigen Vehemenz geschehen würde, hätte ich nicht gedacht.

    Das Paradies .....

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    PISA: „Wir“ unter den Schlechten! Na endlich!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    „PISA (….) beleuchtet die Qualität von Schulsystemen und deren Eignung, Schüler/innen auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Dazu werden die Kompetenzen der 15/16-Jährigen in drei zentralen Bereichen gemessen: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft.“ So steht es auf der ersten Seite des BIFIE, des österreichischen Bundesinstituts für Bildungsforschung. Also, in den „Herausforderungen der Zukunft“ haben „wir“ dramatisch Boden verloren – der kapitalistischen Zukunft, würde ich gerne ergänzen...

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    Neun Wochen Urlaub!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler, AHS Lehrer, der für die "KPÖ und ihr Kaktusteam" für die Donaustädter Bezirksvertretung am dritten Listenplatz kandidiert

    Wer wünschte sie den Schüler/inne/n nicht? Und wenn man die sonstigen Ferien dazu addiert, dann kommt man sogar auf 14 Wochen. Vierzehn! Bleiben also 38 Wochen für Arbeit. Verdienen die Lehrer/innen dieses extreme Privileg? Das würde ich glatt verneinen! Lehrer/innen/gewerkschafter rechnen da anders. Sie gehen von einem/einer normalen Arbeitnehmer/in mit fünf Wochen Urlaub aus und kommen bei diesem/dieser auf etwa 1900 Stunden Arbeit pro Jahr. Für die gleiche Stundenanzahl müsste ein/e Lehrer/in im Schnitt 50 Stunden in jeder der nur 38 Arbeitswochen erbringen. Diese Art zu rechnen – einem/einer Saisonarbeiter/in gleich – ist nicht unfair. Die Frage ist bloß, ob sie dieses Pensum erfüllen? Auch da bin ich eher skeptisch.

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    Ganztagsschule und Nachmittags“betreuung“!

    Briefe eines Lehrers - von Karl Gugler

    Es ist ja schon eine tolle Idee, die Infrastruktur eines Schulgebäudes nicht nur für Unterricht, sondern auch für Freizeitgestaltung benützen zu dürfen. Und dabei müsste es nicht immer nur ums Fußballspielen gehen. So ein Haus könnte noch viel mehr anbieten als Ping-Pong-Tische, Wutzler und die obligate Kinderbuch- und Brettspielesammlung.

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    Wien will’s wissen?

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler

    „Kinder sollen in Wien die besten Bedingungen vorfinden. Sie sollen in ihrer sozialen und schulischen Entwicklung unterstützt werden.“

    Das ist ein Zitat aus den vielen Werbeseiten der Presse, die zur Teilnahme an der Volksbefra-gung animieren sollten. Die Stadt Wien hat das bestellt und auch bezahlt (also wir alle), ob-wohl es als Wahl-Slogan der SPÖ unschwer erkennbar ist. Das schont das Wahlbudget der Wiener SPÖ.

    Das sind schöne Worte da oben. Wer wollte das denn nicht, dass Kinder beste Bedingungen vorfinden? Eine „no na ned Frage“ also. Irgendwie müssen das viele Wiener/innen auch so verstanden haben, sonst wäre die Beteiligung an der „Volksbefragung“ wohl etwas höher ausgefallen.

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    Französisch erlernen? In der Schule?

    Briefe eines Lehrers
    Von Karl Gugler, AHS-Lehrer

    Der/Die geneigte Leser/in wird wohl erstaunt sein. Was sollen die Fragezeichen in dieser Überschrift? Fremdsprachen lernt man in der Schule, na klar! Englisch, Französisch, ...! Ein erstes Hoppala könnte einem da eigentlich schon auffallen: Französisch?

    Warum nicht Tschechisch, Ungarisch, Slowenisch, Italienisch? Warum nicht die Sprache eines Nachbarlandes? Ja, weil es auf der Welt mehr Gegenden gibt, in denen Französisch gesprochen wird, so wird man belehrt. Aha!

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    Durchgefallen, Frau Ministerin!

    Briefe eines Lehrers
    Von Karl Gugler, AHS-Lehrer

    Haben Sie auch schon etwas aufgeschnappt und von der aktuellen Diskussion ums Durchfallen und Klasse wiederholen gehört? Genau passend zum Zeitraum, in welchem die Wiederholungsprüfungen liefen, meldeten sich die Frau Ministerin und andere „Bildungsexperten“ zu Wort. Ein ganzes Jahr zu verlieren, nur weil man einen oder zwei Fünfer im Jahreszeugnis hatte, das sei doch rückständig und altmodisch, stellt erstere fest – kinderfreundlich, wie sie nun einmal ist. Und der Bildungsexperte aller Bildungsexperten rechnet dienstbeflissen und mediengeil vor, was dieses Durchfallsystem uns allen kostet – an Lehrer/innen/gehältern natürlich. Dass die das nicht verdienen, was sie verdienen, gilt ja schon seit geraumer Zeit als ausgemacht. Und diese pauschale und oberflächliche Vorverurteilung will gepflegt werden in einer Zeit, in der eine Neuordnung des Lehrer/innen/dienstrechtes und der –entlohnung ansteht.

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    Wir zahlen ja für eure Krise!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler, Lehrer an der AHS-Theodor Kramerstraße

    Und wieder einmal wurde uns vorgeführt, wie man erfolgreich Löhne senkt! Wer hätte das in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gedacht, dass das so einfach geht?

    Man nehme dazu das Wort Reform. Landläufig versteht man darunter so etwas wie Neuordnung und Aktualisierung – und schon begeht man einen massiven Fehler: man denkt ans Positive, ans Verbessernde. Die Kapitalisten und ihre Büttel, die Politiker, denken da anders: sie denken ans Billigere. So haben sie es ja auch an ihren Wirtschaftsuniversitäten gelernt. Wenn du eine Produktionskette am Laufen hast und Profite scheffelst, dann lege deine Hände nicht in den Schoß, sondern senke deine Kosten für Material und Löhne, kontrolliere, ob dein Absatz gleich bleibt – und schon hast du noch mehr Profit. Da freuen sich die Büttel dann und nennen es „gesunde Wirtschaft“. Neuerdings sei da etwas Sand ins Getriebe geraten. Schwarze Schafe hätten sich eingeschlichen. Die seien zu gierig gewesen, verdienten gar nicht, was sie verdienen, seien eine Plage (Heuschrecken!) und neuerdings sogar kriminell (Bankster!). Und damit „wir“ und „unsere Wirtschaft“ nicht den Bach runtergehen, müssten wir jetzt solidarisch sein.

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    Neue Wiener Mittelschule – das pädagogische Paradies an der AHS Theodor Kramer Str.!

    Brief eines Lehrers - von Karl Gugler, Lehrer an der AHS-Theodor Kramerstraße

    Das Bezirksjournal, aber auch andere Zeitungen, vermelden den erfolgreichen Start der Neuen Wiener Mittelschule (NWMS) mit Beginn des kommenden Schuljahres. Zwanzig Standorte hätten sich wienweit dafür entschieden. Sieht man sich die dazu gehörende Liste näher an, dann fällt auf, dass gerade einmal fünf (von achtzig) Unterstufen von Gymnasien dabei sind. Dass auch der Contiweg schon mitgezählt wird, obwohl das Schulhaus nicht einmal noch steht, stimmt nachdenklich. Dass die anderen fünf, so auch die AHS Theodor Kramer Str., zugestimmt haben, liegt aber eher nicht im Glauben ans Paradies, als vielmehr am Wissen, dass ein Mehr an Ressourcen kleinere Lerngruppen und anderes ermöglicht und die amtlich in einer Lehrer/innen/konferenz erfolgte Verlautbarung, dass man die auch verlieren kann.

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    Sie reden ziemlich viel Unsinn, Herr Bezirksrat!

    Brief eines Lehrers
    von Karl Gugler, AHS Theodor Kramerstraße

    Ich muss Ihnen doch recht heftig widersprechen, Herr BR Mag. Sepp Albel. Was Sie da unlängst veröffentlicht haben über die paradiesischen Zustände in den Schulen der Donaustadt, riecht eher nach Karrierestreben des Autors, als nach gründlicher Recherche des Ist-Zustandes. Ich möchte also – nach 23 Jahren Dienst an Donaustädter Schulen – Ihre Lobhudelei mit Fakten unterfüttern, die etwas näher an der Wahrheit liegen.