Die Donaustadt –Eldorado für Spekulanten und Banken?
- Freitag, 13. Februar 2026 @ 14:06
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Warum in Wien nicht zu wenig gebaut wird, sondern das Falsche. Ein Fallbeispiel
Am 23. Jänner 2025 war der Medienrummel in der Justizanstalt Wien-Josefstadt groß. Überstellt wurde der milliardenschwere Immobilieninvestor René Benko. Dessen mutmaßlich kriminelles Geschäftsmodell, der Signa-Konzern, fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen, als der Nachschub an „Gratisgeld“ für Immobilienkonzerne durch Leitzinssenkungen und geänderte Praktiken der Großbanken zum Erliegen kam.
Benkos Netzwerk reichte nicht nur zur hohen Politik, sondern auch in die Donaustadt. Direkt vor der U-Bahn-Station Kagran wurde kürzlich eines seiner ehemaligen Gebäude fertig gestellt, der Vienna Twenty Two Komplex. Dieser wurde als Joint Venture zwischen Benkos Signa und der ARE (Austrian Real Estate), einer Tochter der staatlichen BIG (Bundesimmobiliengesellschaft), gestartet. Solche staatlich-privaten Kooperationen sollen angeblich die Baukosten durch das Anwerben privater Gelder senken. Genau diese Aufgabe hätte die Signa übernehmen sollen.
Wolfgang Förster: „Ich war wütend, dass von der SPÖ keine Innovationen mehr kommen.”
„Wohnen nicht der Profitlogik des Marktes überlassen”
UVP-Änderungsverfahren „Oberes Hausfeld“ eingereicht
Die SPÖ-Wien spricht immer wieder vom “Wohnparadies Wien”.
Ein Casino für Spekulanten.Wien platzt schon seit längerer Zeit aus allen Nähten. Verschiedene Berechnungen besagen, dass die zwei Millionen Grenze an Einwohnern bereits erreicht ist. Damit spielt Wien in der Oberliga europäischer Städte mit - fast gleichauf mit Paris und Minsk, knapp vor Hamburg und Warschau, das bedeutet den 11. Platz in Europa.
Alleine die Donaustadt ist mit 212.000 Einwohnern bereits größer als Genf, Pamplona, Parma, Augsburg, Sopron und Southhampton, doppelt so groß wie Bozen, sie wäre die bei weitem zweitgrößte Stadt Irlands, die drittgrößte Norwegens und Portugals und die viertgrößte Schwedens. Ganz nebenbei auch der größte Bezirk Wiens. Eine beeindruckende Liste.
Die KPÖ setzt ihre Aktivitäten „Mietenstopp jetzt!“ fort.
Ein Beitrag aus unserer aktuellen KAKTUS-Print-Ausgabe und eine Petition für leistbares Wohnen
Laut Taucher liegt „der durchschnittliche Mietpreis in Wien bei 4,60 Euro/m²“
Wie sozial er wirklich ist
Die SPÖ schreibt sich in Wien das leistbare Wohnen auf die Fahne.
Am 29. Jänner 2022 stand in der Immo-Beilage des KURIER, dass „die Investoren in Kauflaune" seien und neue Wohnbauten „schon lange vor Fertigstellung von Investoren" erworben würden.
Und plötzlich gerät diese unheilvolle Gemengelage ins Rutschen.
Wohnen ist ein bewegendes Thema. Spätestens vor Wahlen stellen die etablierten Parteien Verbesserungen der Wohnsituation in Aussicht. Gerade für die Donaustadt ist das eine relevante Frage, denn der 22. gehört zu den Stadtentwicklungsbezirken Wiens.
Es wird so viel wie nie gebaut, gleichzeitig steigen die Wohnkosten jedoch kontinuierlich. Für wen sind also die vielen Neubauten, und wer profitiert von der aktuellen Wohnbaupolitik in Wien?
Erkundigt man sich genauer, stellt sich schnell heraus, dass es sich bei einem großen Teil der Neubau-Projekte um Eigentumswohnungen handelt, welche als „Vorsorge- und Anlagewohnungen“ beworben werden.
*) Bernhard Gaishofer ist Spitzenkandidat für die Donaustädter Bezirksvertretung (Liste LINKS-KPÖ)
Ein Gastbeitrag von Sabine Karrer, Aktivistin der Europäischen BürgerInneninitiative „Housing for All"Menschen gegen Profitgier: Fast überall in Europa explodieren die Preise fürs Wohnen. Die europäische Bürgerinitiative „Housing for All“ (Wohnen für alle) fordert von der EU Reformen, etwa beim Beihilferecht, bei der Schuldenbremse und der Zweckentfremdung durch Kurzzeitvermietungen.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und ein Menschenrecht. Damit darf genauso wenig spekuliert werden wie etwa mit Nahrung und Wasser. In der Realität wird mit „Betongold“ jedoch massiv Geld verdient. Während die Einen durch Spekulation immer reicher werden, werden in ganz Europa Menschen aus ihren Wohnungen und Häusern vertrieben, weil sie die ständig steigenden Kosten nicht mehr stemmen können. Tagtäglich finden unzählige Zwangsräumungen statt. Ganze Familien müssen kurzfristig bei Verwandten oder Freunden unterkommen oder landen auf der Straße. Rund 82 Millionen EuropäerInnen sind mittlerweile von den Wohnkosten überbelastet.
Ein Kaktusbeitrag von KPÖ-Bezirkssprecher Bernhard Gaishofer„Eine neue Wohnung für dein Enkerl vielleicht!“ So lässt die Gemeinde Wien gerade plakatieren, um auch uns DonaustädterInnen die vielen Baustellen schmackhaft zu machen. Grund genug, sich umzuschauen – immerhin ist gerade der 22. Bezirk der am schnellsten wachsende Teil von Wien und Wohnungen werden ja gebraucht!
Neuer Bildungscampus – Alte Probleme
Beginnen wir mit einer guten Nachricht: Der Bildungscampus Berresgasse wurde im September offiziell eröffnet. Laut Bildungsstadtrat Czernohorszky spielt der Campus „alle Stückln“. Er bietet Platz für rund 1000 Kinder und umfasst einen Kindergarten, eine Ganztagesvolksschule, eine Neue Mittelschule und diverse Freizeiteinrichtungen. Es ist erfreulich, dass endlich auch Geld für eine Bildungseinrichtung, welche in einem starken Wachstumsgebiet liegt, in die Hand genommen wurde. Schließlich sollen in der Berresgasse in den kommenden Jahren etwa 3000 neue Wohnungen entstehen. Auch ein „Gemeindebau Neu“ mit 229 Wohneinheiten ist geplant.


Die Donaustadt ist bereits der zweitteuerste Bezirk Wiens. Bereits vor einem Jahr im Mai 2018 hatte der KAKTUS (1. Bild) darüber berichtet, jetzt setzt auch „Die unabhängige DBZ-Donaustadt“ in ihrer Ausgabe Nr2/2019 – Seite 9 (2. Bild), nach und beruft sich, so wie wir im Vorjahr auf eine Mietpreis-Analyse der immowelt.at nach der im Jahr 2018 für Wohnungen in unserem Bezirk im Mittel 14,70 Euro /m2 verlangt werden. (Das sind 4% mehr als im Vorjahr). Nur in der Inneren Stadt (1.Bezirk) haben MieterInnen für ihre Wohnungen mit 16,80 Euro (um 8% gestiegen) im Mittel mehr zu bezahlen. Soweit die aufgezählten Fakten – Für KAKTUS-LeserInnen sind sie keine Neuigkeit!
„Das knappe Wohnungsangebot sowie aufwändig sanierte Altbau-Immobilien verteuern die Preise“ ist in der DBZ dazu zu lesen. Warum obwohl der Bauboom in unserem Bezirk weiter anhält, im Widerspruch dazu die Preise trotzdem weiter steigen, lässt der DBZ-Artikel allerdings unbeantwortet.
Was erwartet uns in der Donaustadt und anderswo? - Ein Bericht aus der letzten KaktuszeitungsausgabeDer Herbst und das Jahr 2019 sollen einige Änderungen in der Wohnpolitik bringen: In der Donaustadt entsteht der erste Gemeindebau NEU, die Wiener Bauordnung wird novelliert und die schwarz-blaue Regierung erarbeitet gerade eine Mietrechtsnovelle.
14,10 Euro/m2 Miete macht die Donaustadt zum zweitteuersten BezirkWie Radio Wien und mehrere Tageszeitungen in der Osterwoche berichteten, sind die Wiener Mieten innerhalb des vorigen Jahres erneut um 6% (!!!) gestiegen. Das geht aus Daten der Immobilienplattform immowelt.at hervor. Hinter dem ersten Bezirk (Innere Stadt) mit einem aktuellen Mietpreis von 15,10 Euro pro m2 (im Median) ist die Donaustadt mit 14,10 Euro pro m2 bereits zum zweitteuersten Bezirk geworden und liegt damit bereits vor Mariahilf und Neubau. Gebetsmühlenartig hatte die SPÖ in den vergangenen Jahren die im Bezirk überdurchschnittliche Bautätigkeit mit dem Argument dringend notwendigen zusätzlichen leistbaren Wohnraums verteidigt. Im Gegensatz dazu liegt der Grund für das hohe Preisniveau in der Donaustadt unter anderem an den zahlreiche Neubau-Wohnungen, die in unserem Bezirk derzeit auf den Markt kommen. Wir haben seit je her hinterfragt, ob der massive „Wohnungsneubau in unserem Bezirk wirklich das Kriterium des sozialen Wohnbaus erfüllt.“
Unser Bezirk hat die bereits zweitteuersten (!) Mieten WiensDarüber berichteten vor Ostern mehrere Tageszeitungen, Radio Wien und zuletzt (in einer kleinen Randnotiz) auch die, sich als parteipolitisch unabhängig bezeichnende bz-Wiener Bezirkszeitung in ihrer Ausgabe für die Donaustadt.
Die KPÖ fühlt sich in ihrer in den letzten Monaten durchgeführten Unterschriftenkampagne „Wohnen darf nicht arm machen“, worüber der Kaktus mehrmals berichtet hat, bestätigt.
In seiner nächsten Zeitungsausgabe (erscheint im Mai) wird der Kaktus dazu mehr „Licht ins Dunkel" der Ursachen und politischen Verantwortung bringen.
Bild: Eine frühere Aktion der KPÖ-Donaustadt gegen den Mietzinswucher. (2008)

Ende April 2017 hat die KPÖ eine bundesweite Kampagne unter dem Titel „Wohnen darf nicht arm machen“ gestartet.
Ausgangspunkt war das von Regierungsseite nicht eingehaltene jahrelange Versprechen eines modernen und sozialen Mietrechts. FPÖ-Chef Strache (damals noch in Opposition) hat im Nationalratswahlkampf die hohen Mietpreise in Wien beklagt, die er als Katastrophe bezeichnete. Vor der Wahl forderte er „50m2 Wohnungen um 300 Euro Miete“.
Die FPÖ nimmt ihre Maske ab!
Jetzt nach der Wahl in Regierungsverantwortung hat die FPÖ mit der ÖVP in ihrem türkis-blauen Regierungsprogramm Maßnahmen vereinbart, die das Wohnen insbesondere in Wien wesentlich verteuern werden.

Flora Petrik, Claudia Klimt-Weithaler und Elke Kahr präsentierten Initiative
für leistbares Wohnen
Vor dem Sommer startete die KPÖ unter dem Titel „Wohnen darf nicht arm machen“ eine bundesweite Kampagne für leistbares Wohnen. Nun präsentierten die Grazer KPÖ-Stadträtin Elke Kahr, LAbg. Claudia Klimt-Weithaler ( KPÖ Klubobfrau im steirischen Landtag und KPÖ-PLUS Spitzenkandidatin in der Steiermark) und Flora Petrik, (Wiener KPÖ-PLUS Spitzenkandidatin), im Rahmen einer Pressekonferenz in Graz den Zwischenstand der Initiative.
Zwei Drittel der 10.000 Unterschriften wurden bereits gesammelt.
Ihre Unterschrift zählt auch nach der Wahl!
von Margarete Lazar – parteiunabhängige KaktusmitarbeiterinMantraartig erzählt man uns seit Jahren, dass Wien wächst und wächst und daher immer mehr gebaut werden muss, um diese vielen Menschen unterzubringen. Unsere Donaustadt mit ihren „Freiflächen“, eigentlich lange Zeit landwirtschaftlich genutzt, ist besonders in den Fokus von Bauträgern und Investoren geraten – mit eigenartigen Auswüchsen.
Traditionell gab es in der Donaustadt Reihenhaussiedlungen, Einfamilienhäuser und viele Gemeindebauten. Vor der letzten Gemeinderatswahl wurde von der Stadtregierung die Devise ausgegeben, dass Wien wieder Gemeindebauten – so wie in den glorreichen Zeiten des „Roten Wien“ – bauen würde, um die Wohnungsnot zu mindern und durch eine angemessene Zahl von verfügbaren Wohnungen auch die Mieten wieder in erträgliche Höhen zu drücken.
Wenn man sich jedoch jetzt die Bautätigkeit im Bezirk anschaut, geht es vor allem um frei finanzierte, für den Durchschnittsbürger absolut unerschwingliche „Luxuswohnungen“, die vor allem von bekannten Bauträgern und Investoren – im Volksmund auch und das nicht ohne Grund „Baulöwen und Immobilienhaie“ genannt – „entwickelt“ und verkauft werden.
Gelungene KPÖ Plus - Infoaktion bei der U1 KaisermühlenAuf große Resonanz stieß die am Freitag, 18.August bei der U1 in Kaisermühlen stattgefundene Infoaktion von KPÖ PLUS. Zahlreiche Vorbeikommende nutzten die Gelegenheit die von der KPÖ bundesweit gestartete Unterschriftenaktion an den Nationalrat „Wohnen darf nicht arm machen“ zu unterschreiben.
An noch Unentschlossene wurden Folder über Inhalt und Zweck der Kampagne verteilt. Es gehe darum, dass das unter den Fingernägeln brennende Thema Wohnen nicht nur vor den Wahlen in Sonntagsreden sondern auch im neugewählten Parlament zwingend zur Sprache kommt.