Eine Wüste mit U-Bahn-Anschluss, …
- Donnerstag, 9. Oktober 2025 @ 13:26
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Ein Bericht von Fabio Testasecca.
Die Beschriftungen schaffen schnell Klarheit: Es handelt sich um das erste Geothermiekraftwerk Wiens. Es bleibt ein gewisses Unbehagen bestehen, das durch diese Form der Geheimhaltung und das Verbot, die Anlage selbst aus der Ferne zu fotografieren, noch verstärkt wird.
war die Bürger_innenversammlung am 9.04.2024 in der Seestadt
Reisende, die den Bahnhof Aspern-Nord Richtung Süden verlassen und solche, die aus der Umgebung mit den Buslinien 84A, 89 A, 99 A+B und 266 eintreffen, befinden sich direkt auf dem Nelson-Mandela-Platz. Die Verkehrsfläche wurde 2016 nach dem ehemaligen südafrikanischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger benannt, dessen Name untrennbar mit dem Kampf gegen Rassismus, Kolonialismus und für gleiche Rechte und Würde für alle Menschen verbunden ist.
Zu Theorie und Praxis von Bürger_innen-Beteiligung
In der Seestadt Aspern entsteht gerade ein neuer Standort der Büchereien Wien. Im Gegenzug sollen dafür zwei altgediente Bücherei Zweigstellen im Bezirk schließen, was (nicht nur) bei Anrainer*innen einige Fragen und Befürchtungen hervorruft. Noch im Herbst dieses Jahres sollen die Bauarbeiten am neuen Büchereien – Standort, welcher sich am Bildungscampus der Seestadt Aspern befinden wird, fertiggestellt werden.
Laut den Informationen der Gemeinde Wien soll er „alle Stückeln spielen“: Neben einer barrierefreien Fläche von rund 550 m², fünf Öffnungstagen, 22000 Bücher bzw. Zeitschriften und anderen Medien wie DVDs, Spielen, usw. soll er auch einen Café Bereich und die Möglichkeit für Veranstaltungen beinhalten.
Wird das alles wie geplant umgesetzt, kann man durchaus erfreut sein. Immerhin ist es höchste Zeit, dass die Donaustadt, als großer und vor allem schnell wachsender Flächenbezirk, endlich ein modernes und großes Büchereizentrum erhält. Ohne an dem geplanten Projekt jedoch direkt etwas aussetzen zu wollen, wirft der Bau dieser neuen Bücherei gleichzeitig einige kritische Fragen auf.
So sehen es zumindest die Beschäftigten. Am 10. Oktober 2020, ist der letzte Motor im Opel-Werk vom Band gelaufen. Damit gingen 40 Jahre Motorenproduktion in Aspern zu Ende und weitere 270 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Bereits 2019 waren an die 400 „abgebaut“, jedoch mit Hilfe der Stadt Wien sozial aufgefangen worden, diesmal unterbleibt auch das. Dabei ist nicht einmal bekannt, was aus der Klage der Gewerkschaft gegen die „Lohnabschmelzung“ von 2015 geworden ist – damals akzeptierten die Arbeiter einen 2%igen Lohnverzicht, wenn das Unternehmen ein ausreichendes Produktionsvolumen sicherstellt – wozu es allerdings nie gekommen ist, deshalb auch die Klage. Die Eigentümerin, die französische PSA-Gruppe (Peugeot S.A.), beteuert, dass sie – vorerst – die Produktion des 6-Gang-Getriebes MB6 für Benzin-Modelle aufrechterhalten will. Der Bau dieser Getriebe läuft noch drei Jahre. Der Wiener Gemeinderat hatte im Juni 2018 für diese Linie eine Förderung von einer Million Euro beschlossen, dies aber ohne Auflagen für den Erhalt der Arbeitsplätze. Daher ist damit zu rechnen, dass 2023 auch die Produktion des MB6-Getriebes eingestellt wird, da einerseits die Benzinautos, für die dieses Getriebe gebaut wird, ein Auslaufmodell darstellen (E-Autos brauchen kein Getriebe), andererseits die Produktion im Zwei-Schicht-Betrieb mit der verbleibenden Belegschaft aus 500 Personen (130 davon Angestellte) nicht mehr gewinnbringend aufrechterhalten werden kann.
Die Bewegung Black Lives Matter hat – ausgehend von der Ermordung von George Floyd durch Polizisten in Minneapolis – auch in Europa viele Menschen gegen Rassismus auf die Straßen gebracht.
Die erschütternden, auf Kamera festgehaltenen Bilder der Erstickung von George Floyd gingen um die Welt, sie zeigten durch Beamte ausgeübte brutalste rassistische Gewalt und rüttelten Millionen, vor allem junge Menschen auf. Auch in Wien fand am 4. Juni eine Großdemonstration mit 50.000 Teilnehmer*innen statt. Dabei wurde der afrikanischen Opfer von Polizeigewalt in Österreich ebenso gedacht wie auf die Tatsache hingewiesen, dass rassistisch motivierte Morde heute vor allem an den EU-Außengrenzen stattfinden. Seit der Ermordung / den Selbstmorden von Marcus Omofuma, Essa Touray, Johnson Okpara oder Seibane Wague während und infolge von Abschiebe- und anderen Polizeihandlungen in den 2010er Jahren haben in Österreich polizeiliche Übergriffe mit Todesfolge gegen Schwarze Menschen stark abgenommen, was u.a. auf antirassistische Bildungsarbeit innerhalb des Polizeiapparats zurückzuführen ist. Diese scheint Erfolge zu zeitigen, bedarf aber noch einiger Nachbesserungen, wie ein Vorfall unlängst in der Seestadt zeigt.
Ein Beitrag von Hilde Grammel – Bewohnerin der Seestadt AspernDie Seestadt wird gerne als ein Vorzeigeprojekt der Smart City Wien und u.a. als Labor und Testfeld für neue Ansätze in der Stadtentwicklung präsentiert. Smart City bedeutet, durch den Einsatz neuer technologischer und sozialer Entwicklungen die Stadt lebenswert zu machen und nachhaltig zu verändern. Grünräume sollen bewahrt, umweltschonende Verkehrsmittel verwendet, der Energieverbrauch von Häusern möglichst niedrig gehalten und sozialer Zusammenhalt gelebt werden.
Dazu wurde ein Konsortium aus Siemens, Wiener Netze, Wien Energie, Wirtschaftsagentur Wien und Wien 3420 AG zur Erforschung der im Testbetrieb umgesetzten Maßnahmen geschaffen.
Hilde Grammel blickt in der Seestadt hinter die KulissenDie Seestadt ist in vielerlei Hinsicht ein Pionierprojekt: eine völlig neue Stadt mit eigenem Mobilitätskonzept, die die Bewohner*innen zur Einbringung von Ideen einlädt, eine Smart City, ausgestattet mit einer eigenen Firma, die den Energieverbrauch beforscht und dessen Optimierung anstrebt, eine Stadtrandsiedlung, die die Erholungsbedürfnisse der Bewohner*innen miteinplant, mit einem Wort, ein Wiener Vorzeigeprojekt internationalen Ranges. Entsprechend auf Hochtouren laufen die Werbe- und PR-Trommeln, damit die Bewohner*innen wissen, was alles zu ihrem Wohle getan wird und Investoren von der Attraktivität des Standorts überzeugt werden.Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es wird tatsächlich viel getan.
Alles in allem sollen bis Ende des nächsten Jahrzehnts 20.000 Menschen in der Seestadt wohnen und annähernd ebenso viele einen Arbeitsplatz finden. Dafür wurden und werden Tausende Quadratmeter ehemals landwirtschaftlich genutzten Bodens versiegelt und verbaut.
Ein Beitrag von Hilde Grammel ( Bewohnerin der Seestadt)Aufgabe von Politik in kapitalistischen Gesellschaften ist u.a., die bestehenden Klassenwidersprüche so weit in Vergessenheit geraten zu lassen, dass sie nicht mehr als solche erkennbar sind. Eine Strategie, um von Demokratieabbau, Umverteilung nach oben, Entrechtung, realer Verschlechterung von Arbeitsbedingungen usw. abzulenken, ist die Beschäftigung des Wahlvolkes mit Nebensächlichkeiten und Pseudodebatten. Diese kommen dann via TV, Gratiszeitung und Werbeplakat an den Mann und die Frau, und hallen tausendfach in den Absonderungen in den sozialen Medien nach, wo jede_r sich bemüßigt fühlt, seinen_ihren ganz persönlichen, häufig unreflektierten Senf dazu abzugeben.
Ausdruck davon, dass Rassismus bereits so weit ins Alltagsbewusstseins eingesickert ist, dass er nicht mehr als solcher erkennbar ist, ist ein Plakat der „Fahr fair“-Serie der Wiener Linien des Jahres 2018.
Das Prestigeprojekt der Wiener Stadtentwicklung wird breit umworben und die Vorschusslorbeeren bleiben nicht aus. Angehalten durch die mediale Berichterstattung und den Wien Anders Kollaborationspartner Pablo Torija (Podemos Austria), Anrainer am Hannah-Arendt Platz, machten sich die Wien Anders Spitzenkandidatin Juliana Okropiridse (Junge Pirat*Innen), Bernhard Gaishofer (KPÖ Donaustadt) und der Pressesprecher Sebastian Reinfeldt (Plattform der Unabhängigen) von Wien Anders auf zum Lokalaugenschein.
Wie schon in den letzten Jahren kolportiert, soll mit der Seestadt Aspern, einem der größten Stadtplanungsprojekten in ganz Europa, eine innovative und fortschrittlich durchdachte „Stadt der Zukunft“ entstehen. In der Donaustadt gelegen soll sie in einzigartiger Weise Wohnen, Arbeiten und Leben verbinden und dies alles in einem sozialen und ökologischen Einklang. Nun wird die Verwirklichung ernst, da das „Seequartier“ als eines der größten geplanten Viertel in den nächsten Jahren fertig gestellt werden soll. Klingt alles sehr schön, doch stellt sich, wenn man die Aussendungen zur Seestadt Aspern durchsieht, vor allem in Bezug auf die soziale Verträglichkeit die Frage, ob die vielen Versprechen gehalten werden können.
Obwohl die Grünen in der Wiener Koalition für Verkehr und Planung zuständig sind, ist die Mängelliste der Stadtpolitik nicht kleiner geworden. So wurde z.B. in der U2 Station Seestadt Aspern auf den Einbau von Rolltreppen verzichtet und damit am falschen Fleck gespart, worüber der Kaktus in seiner vorletzten Ausgabe bereits berichtet hat.Um von solchen und ähnlichen Missständen in der Öffentlichkeit abzulenken, werden vom kleinen Koalitionspartner gerne „neue Ideen“ als „grüne Ideen“ für sich in Anspruch genommen und als besonders „innovativ“ gepriesen.
Wie man vom grünen Planungssprecher erfährt, gibt es eine Idee zur Einrichtung von „mobilen Studentenheimen“ in der Seestadt Aspern.
Interessanter Diskussionsabend der Grünen DonaustadtAls die Stadt Wien ihren „Masterplan“ für das Flugfeld Aspern vorgestellt hat, haben die Donaustädter Kommunisten das Vorhaben als ambitioniert und vielversprechend bezeichnet und gehofft, daß – anders als bei vergleichbaren, wenn auch kleineren Projekten in der jüngeren Vergangenheit (z.B. Leberberg) – diesmal städtebauliche Planungsfehler vermieden werden würden.
Inzwischen, wo langsam mit der Verwirklichung des Planes begonnen werden soll – die Umweltverträglichkeitsprüfung ist im Laufen, nächstens sollen die ersten Baumaßnahmen gesetzt werden –, weicht die hoffnungsvolle Erwartung langsam einer gewissen Skepsis. Und das in weiten Kreisen der Bevölkerung, insbesondere bei den am der meisten Betroffenen, den Bewohnern von Aspern und Eßling.
Projekt Flugfeld Aspern immer mehr mit Vorsicht zu genießenIn Bezug auf die in den nächsten zehn Jahren stattfindende Bebauung des Flugfeldes Aspern zu einem neuen Stadtteil gibt es wenig Neues – zumindest wenig Erfreuliches. Die Planungen gehen weiter, heuer beginnen bereits die ersten Baumaßnahmen, es zeichnet sich aber leider ab, dass die Hoffnungen, die man nach der Vorstellung des Projektes hatte haben dürfen, nicht erfüllt werden.
Der „Kaktus“ hat bereits zu Beginn der Planungen ein Konzept eingefordert, wie die Verbindung zwischen den geplanten Wohnungen für 20.000 Menschen und 25.000 Arbeitsplätzen hergestellt erden solle. Dies um zu verhindern, dass täglich Tausende in andere Teile der Stadt „auspendeln“, während noch mehr Menschen aus ganz Wien und dem Umland zu ihrem Arbeitsplatz am Flugfeld anreisen und so zu einem weiteren (immensen) Verkehrsaufkommen in der Donaustadt sorgen.
Bald erste Bauten, U-Bahnanschluss erst 2013!Die Finanzierung des U-Bahnanschlusses des Flugfeld Asperns sei gesichert. Erstmals würde eine U-Bahnstrecke zeitgleich mit dem Bau eines neuen Stadtteils fertig gestellt, jubelte unser Bezirksvorsteher noch zu Sommerbeginn. Nicht lange hielt "unsere gemeinsame Freude" mit unserem Herrn Bezirksvorsteher, stellt die KPÖ Donaustadt zu einem aktuellen Bericht in der "Presse" am 02.08.August 2007. fest.
Projekte haben es seit jeher an sich, oft nicht verwirklicht zu werden. Erst jüngst haben wir schließlich erleben müssen, dass es bei einem ASFINAG - Projekt von der einen Präsentation zur nächsten zu einer wesentlichen Verschlechterung für die Anrainer gekommen ist. Der "Kaktus" berichtet darüber an anderer Stelle.Es hat lange danach ausgesehen, als würde das Flugfeld Aspern Gegenstand zahlreicher Pläne sein, ohne daß jemals etwas gebaut werden würde. Nunmehr zeichnet sich glaubhaft ab, dass in absehbarer Zeit mit dem seit Jahrzehnten brachliegenden Gelände etwas geschieht. Und das, obwohl mit der Idee, dort einen Universitätsstandort zu errichten, erst jüngst wieder ein Plan zu den Akten gelegt worden ist.
Der nunmehr vorliegende "Masterplan", der der Bevölkerung in einer Ausstellung im Amtshaus am Schrödingerplatz vorgestellt worden ist und in Broschüren und in verschiedenen Medien gepriesen wird, läßt erwarten, daß das Vorhaben auch verwirklicht werden wird. Auf dem Gebiet, das mit rund 240 Hektar größer ist als die Josefstadt, sollen ab 2009 Betriebe angesiedelt und ab 2010 mit einer regen Wohnbautätigkeit begonnen werden. In den Folgejahren soll ein eigener Stadtteil mit 8500 Wohnungen entstehen und sind in der Endausbaustufe rund 25.000 Arbeitsplätze vorgesehen.
In den Räumlichkeiten der Bezirksvorstehung ist im Mai eine Ausstellung über die geplante Bebauung des Flugfeldes Aspern und über die Außenring-Schnellstraße zu sehen gewesen. Obwohl die Schau nur wenig angekündigt gewesen ist und nur drei Tage gedauert hat, ist sie von vielen Menschen besucht worden.