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Das Volksstimmefest - eine nicht selbstverständliche Möglichkeit, eine gerechtere Welt zu gestalten

  • Mittwoch, 3. September 2025 @ 17:40
Ein Bericht und Eindrücke des Festes von Fabio Testasecca

Pünktlich wie jedes Jahr ging am letzten Augustwochenende die diesjährige Ausgabe des Volksstimmefests zu Ende. So formuliert klingt es selbstverständlich, als wäre es ein Ereignis, das sich aus reiner Gewohnheit wiederholt – doch das ist es keineswegs.

Das Volksstimmefest ist eines der wenigen kommunistischen Feste in Europa, das die 1990er Jahre überlebt hat. Das schreibt ein Aktivist, der in Italien das Ende der glorreichen Feste dell’Unità (die vom von Antonio Gramsci gegründeten und offiziellen Organ der KPI) und später das Ende der Feste di Liberazione (die Feier der Zeitung des Partito della Rifondazione Comunista) miterlebt hat.

Dass das Volksstimmefest noch immer existiert, ist ein großes Verdienst vieler Aktivistinnen und Aktivisten, die mit freiwilligem Engagement, Leidenschaft und Großzügigkeit an seiner Organisation arbeiten. Ebenso ist es dem Engagement zahlreicher kämpfender migrantischer Gemeinschaften zu verdanken – vom kurdischen Volk über revolutionäre türkische Gruppen bis zu nicaraguanischen Kollektiven –, die in unserem Fest die Möglichkeit sehen, ihre Identität zu zeigen. Und nicht zuletzt ist es der Begeisterung und dem Antrieb vieler junger Menschen zu verdanken, die weiterhin von einer anderen, besseren Welt träumen, so wie es meine Generation 2001 in Genua beim G8 tat.

„KPÖ Transdanubien“ am Fest

„In viribus unitis“ – auch dieses Jahr haben sich die Genoss*innen des KPÖ Donaustadt und Floridsdorf dazu bereit erklärt, das Restaurant im Zentrum des KPÖ-Dorfs zu leiten. Schon am Freitagmorgen waren viele Genoss*innen damit beschäftigt, das Material zu transportieren und den Aufbau auf der Jesuitenwiese zu organisieren. Es war eine anstrengende Arbeit, die jedoch wie immer mit großem Pflichtbewusstsein und Hingabe erledigt wurde. Die Vorbereitungen am Samstagmorgen verliefen harmonisch und routiniert. Die Organisation einer Küche dieser Größenordnung ist eine beachtliche logistische Herausforderung, bei der sich die langjährige Erfahrung vieler Genoss*innen zeigt. Ich möchte nicht zu viele Namen nennen, um niemanden zu vergessen, aber ein besonderer Dank geht an Peter Höllisch für die Leitung der Küche, ebenso an Martina, Christa, Johann, Wolfgang, Georg, Hilde und viele andere. Ein herzliches Dankeschön gilt auch all den jungen Genoss*innen, die sich vielleicht zum ersten Mal bei der Festorganisation engagierten.

Aber das Fest bedeutet nicht nur Arbeit – es steht ebenso für Gemeinschaft, Begegnung und Freundschaft. Es ist die Gelegenheit, neue Genoss*innen kennenzulernen, gemeinsam zu lachen, sich auszutauschen und kleine Späße zu machen, selbst mit den Gästen im Restaurant. Ich konnte viele Menschen näher kennenlernen und habe in jeder und jedem Einzelnen einen wertvollen Schatz an Menschlichkeit und Herzenswärme entdeckt. So entstand ein Netz von Beziehungen, Vertrauen und Zuneigung, das die Zusammenarbeit im Bezirk künftig noch harmonischer und stärker machen wird.

Trotz der anstrengenden Arbeit in der Küche hatte ich dennoch Gelegenheit, ein paar Runden über das Fest zu drehen und die unglaubliche Fülle an Menschlichkeit, Solidarität und Altruismus neu zu entdecken, die es durchdringen. Diese Menschlichkeit engagiert sich mit ganzer Kraft dafür, eine gerechtere Welt zu schaffen – sei es durch den Verkauf fair gehandelter Produkte, die Verbreitung von Magazinen mit einer alternativen Sichtweise oder auf viele andere verschiedene Arten.

Für mich war es besonders bewegend, die Gelegenheit zu haben, Künstler*innen, Liedermacher*innen und Musikgruppen zu erleben, die noch echte Geschichten erzählen und glorreiche Kämpfe lebendig werden lassen – etwa in den jiddischen Liedern von Isabella Frey oder in den kämpferischen Songs von Chris Peterka. Es sind Künstler*innen, die sich von den Mainstream-Stars unterscheiden, die heute die Musikszene dominieren.

All diese Herzlichkeit und Wärme zu erleben, hat mich tief bewegt. Ebenso tröstlich wie berührend ist die Überzeugung, dass in Wien – zumindest für zwei Tage im Jahr – eine andere, bessere Welt tatsächlich Wirklichkeit wird.