Mittwoch, 3. September 2025 @ 17:40
Dass das Volksstimmefest noch immer existiert, ist ein großes Verdienst vieler Aktivistinnen und Aktivisten, die mit freiwilligem Engagement, Leidenschaft und Großzügigkeit an seiner Organisation arbeiten. Ebenso ist es dem Engagement zahlreicher kämpfender migrantischer Gemeinschaften zu verdanken – vom kurdischen Volk über revolutionäre türkische Gruppen bis zu nicaraguanischen Kollektiven –, die in unserem Fest die Möglichkeit sehen, ihre Identität zu zeigen. Und nicht zuletzt ist es der Begeisterung und dem Antrieb vieler junger Menschen zu verdanken, die weiterhin von einer anderen, besseren Welt träumen, so wie es meine Generation 2001 in Genua beim G8 tat.
„KPÖ Transdanubien“ am Fest
Aber das Fest bedeutet nicht nur Arbeit – es steht ebenso für Gemeinschaft, Begegnung und Freundschaft. Es ist die Gelegenheit, neue Genoss*innen kennenzulernen, gemeinsam zu lachen, sich auszutauschen und kleine Späße zu machen, selbst mit den Gästen im Restaurant. Ich konnte viele Menschen näher kennenlernen und habe in jeder und jedem Einzelnen einen wertvollen Schatz an Menschlichkeit und Herzenswärme entdeckt. So entstand ein Netz von Beziehungen, Vertrauen und Zuneigung, das die Zusammenarbeit im Bezirk künftig noch harmonischer und stärker machen wird.
Trotz der anstrengenden Arbeit in der Küche hatte ich dennoch Gelegenheit, ein paar Runden über das Fest zu drehen und die unglaubliche Fülle an Menschlichkeit, Solidarität und Altruismus neu zu entdecken, die es durchdringen. Diese Menschlichkeit engagiert sich mit ganzer Kraft dafür, eine gerechtere Welt zu schaffen – sei es durch den Verkauf fair gehandelter Produkte, die Verbreitung von Magazinen mit einer alternativen Sichtweise oder auf viele andere verschiedene Arten.
Für mich war es besonders bewegend, die Gelegenheit zu haben, Künstler*innen, Liedermacher*innen und Musikgruppen zu erleben, die noch echte Geschichten erzählen und glorreiche Kämpfe lebendig werden lassen – etwa in den jiddischen Liedern von Isabella Frey oder in den kämpferischen Songs von Chris Peterka. Es sind Künstler*innen, die sich von den Mainstream-Stars unterscheiden, die heute die Musikszene dominieren.
All diese Herzlichkeit und Wärme zu erleben, hat mich tief bewegt. Ebenso tröstlich wie berührend ist die Überzeugung, dass in Wien – zumindest für zwei Tage im Jahr – eine andere, bessere Welt tatsächlich Wirklichkeit wird.