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Lobau bleibt!

  • Samstag, 16. Oktober 2021 @ 13:37
Keine neuen Autobahnen! Eine Diskussionsveranstaltung, veranstaltet von der Volksstimme und der KPÖ-Wien, fand am 12. Oktober im Cafe 7-Stern statt. Bernhard Gaishofer war für den KAKTUS mit dabei und verfasste den nachstehenden Bericht.


+ Worum geht es eigentlich bei den beiden Megastraßenprojekten in der Donaustadt?
+ Wie ist die Situation im großen Protestcamp bzw. den besetzten Baustellen?
+ Und wie kann der Protest gegen die Lobauautobahn & Co unterstützt werden?

Diese und andere Fragen wurden vor und mit einem großen Publikum diskutiert.

Am Podium waren Jutta Matysek(Obfrau von „Rettet die Lobau – Natur statt Beton!“), Hilde Grammel (KPÖ Donaustadt), Karin Hädicke (LINKS), Kilian Jörg (Autokritiker), Maris Filipic (Fridays for Future) und Tobias Schweiger (Bundessprecher der KPÖ).

Moderiert wurde die Veranstaltung von Frank Jödicke (skug).

Lobauautobahn - Ökologisch, sozial und verkehrstechnischer Unfug

Eine ausführliche Einleitung worum es überhaupt geht bot Jutta Matysek. Sie zeigte anhand von Studien, Karten und Analysen, dass die geplanten Hochleistungsstraßen in jeder Hinsicht Unfug sind.

Befürworter*innen argumentieren ja, dass es mit deren Umsetzung zu einer Verkehrsentlastung und mehr Lebensqualität in Wien kommen würde. Verkehrstechnisch stimmt dies nicht, da mehr Straßen nur noch mehr Verkehr anziehen, vor allem da die S1, von welcher die Lobauautobahn ein Teil wäre, selbst ein Teil einer europaweiten Hochleistungstransportstrecke wäre und somit vor allem mehr Schwerverkehr nach Wien gebracht werden würde. Selbst die ASFINAG, als Projektbetreiber, zeigt in ihren eigenen Studien, dass die Verkehrsbelastung steigen würde.

Bild - rechts: Quelle - www.lobau.org

Zudem kommt, dass mit dem Bau der Lobauautobahn das wichtigste Wiener Naturschutzgebiet zerstört werden würde und auch die Gefahr besteht, dass das dortige Grundwasser (welches als eine Art Notwasserversorgung für Wien dient) verseucht wird, da der Tunnel durch ein Altlastengebiet des Öltanklagers Lobau führen würde.

Des Weiteren würde mit dem Bau der Stadtstraße (als Zubringer) eine Hochleistungsstraße quer durch Wohn- und Erholungsgebiet führen!

Karin Hädicke und Tobias Schweiger betonten die starken finanziellen Interessen der Wirtschaft und Politik hinter diesen Projekten und dass es notwendig ist den Protest zu verstärken und soziale Alternativen (öffentliches Verkehrssystem, gegen Zersiedelung,…) zu schaffen.

Kilian Jörg kritisierte die grundlegende Autofixierung in der heutigen Gesellschaft. Dieser werde alles (sei es Verkehrsplanung, Stadtplanung,…) untergeordnet und deshalb müsse sie im Sinne einer lebenswerten Umwelt für alle überwunden werden.

Hilde Grammel von der KPÖ 22 berichtete von ihren eigenen Erfahrungen aus dem Bezirk. Sie selbst wohnt ja in der Seestadt Aspern, welche eigentlich als ein autofreier bzw. autoberuhigter Stadtsteil geplant war – nun soll auch hier eine Anschlussstelle zur Autobahn entstehen. Auch warf sie die Frage auf, wie wir uns die dringend anstehende ökosoziale Wende konkret vorstellen, da die Menschen heute so leben als wären wir die letzten auf der Erde und Hochleistungsstraßen in erster Linie gebaut werden; um Ballungsräume zu verbinden und zu versorgen.

Von Maris Filipic seitens von Fridays for Future wurde erläutert, wie essentiell eine sofortige, grundlegende Wende in der Klimapolitik ist und dass sie sich aus diesem Grund auch an den Besetzungen der Baustellen beteiligen, obzwar sie normalerweise nur legale Proteste (Demonstrationen,…) organisiert haben.

Auch das Publikum beteiligte sich rege an dem Gespräch, wobei auch einige Menschen direkt aus der Donaustadt anwesend waren. Sie berichteten ihrerseits von ihren eigenen Erfahrungen in dem Flächenbezirk und betonten wie wichtig die Schaffung von vernünftigen Alternativen zu den geplanten Hochleistungsstraßen ist! Sei dies durch den massiven Ausbau von öffentlichem Verkehr oder grundlegende Maßnahmen der Gemeinde gegen die Zersiedelung.

Gemeinsam Widerstand aufbauen - Informieren, vernetzten und besetzen...

Abschließend wurde diskutiert wie man den Protest gegen die Lobauautobahn und andere Hochleistungsstraßenprojekte (Stadtstraße, u.a.) erweitern kann. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist, die breite Öffentlichkeit mit Informationen darüber zu versorgen woum es bei diesen Projekten eigentlich geht – nämlich, dass vor allem starke wirtschaftliche Interessen dahinter stehen und es mit der Umsetzung dieser Projekte zu keiner Verkehrsentlastung kommen wird. und das wichtigste Naherholungsgebiet Wiens zerstört werden würde.

Neben diesen inhaltlichen Informationen ist es ebenso wichtig auf die Proteste aufmerksam zu machen und diese -je nach Möglichkeit- zu unterstützen. Dies kann darin bestehen,das Protestcamp oder die besetzten Baustellen zu besuchen, dort selbst zu campieren, die Besetzer*innen logistisch zu unterstützen oder auch indem im eigenen Umfeld immer wieder auf dieses Thema hingewiesen wird.
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Auch die neue Ausgabe der Volksstimme hat diesmal den Lobautunnel als thematischen Schwerpunkt.

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