Gemeinsam Lobau-Autobahn stoppen!
- Freitag, 5. September 2025 @ 09:33
Drei Camps wurden errichtet, auf der Wiese bei der Anfanggasse, im Bereich Hirschstettner Straße / Südosttangente und auf dem Feld vor der U2-Station Hausfeldstraße. Begleitet wurde die Besetzung von einem mehrere Ausgaben umfassenden Zeitungsprojekt, gedacht zur Information von Anrainer_innen und einer breiteren Öffentlichkeit, es gab eine Ausstellung, die die Dimension des Bauvorhabens veranschaulichte, eine Jurte und eine Pyramide wurden errichtet, Trainings zu baumrettenden Maßnahmen wurden durchgeführt, tausende Gespräche brachten Menschen zusammen. Mehrere Signal-Kanäle wurden eingerichtet, damit man sich notfalls schnell verständigen konnte, einige davon bis heute aktiv, es gab stundenlange Plena, Fahrraddemos, Feste, Diskussions- und Musikveranstaltungen, Selbstversorgung mit geretteten Lebensmitteln durch „Robin Foods“ u.v.a.m. Namhafte Wissenschaftler_innen kamen in die Donaustadt, um ihre Solidarität zu bekunden und auf die von unserem rücksichtslosen Lebensstil ausgehende Gefahr für Natur und Umwelt hinzuweisen. Das Lobau-Forum als Ort von Austausch und Aktionsplanung gegründet. (Diese Aufzählung ist notwendigerweise unvollständig, wofür wir uns entschuldigen)
Die Forderungen sind noch nicht erfüllt
Ziel war es, den Bau des S1-Autobahn-Verbindungsstücks zwischen Süßenbrunn und Simmering inklusive Lobau-Tunnel zu verhindern. Gefordert wurde eine neue Verkehrspolitik, mit Einschränkung des MIV (motorisierten Individualverkehrs) und einem Ausbau der öffentlichen Mobilität und vor allem: keine Umsetzung des Tunnelprojekts mit seinem hohen Gefährdungspotenzial für das einzige Wiener Naturschutzgebiet, die Lobau. Man machte sich aber nicht nur Gedanken um eine Verkehrswende, sondern auch über regionale Lebensmittelproduktion und die Minimierung des Warentransports auf LKWs quer durch Europa u.v.a.m.
Am 1.2.2022 wurde die Besetzung am Hausfeld gewaltsam geräumt, die Pyramide geschliffen, am 5.9. 2022 das letzte noch bestehende Protestcamp in der Anfanggasse geräumt.
Aber die Bewegung lebt weiter. Aus den Ereignissen der Vergangenheit hat man z.B. gelernt, dass es notwendig ist, mit der betroffenen Bevölkerung vor Ort besseren Kontakt herzustellen, etwa durch Haustürgespräche. An ihrem 4. Jahrestag gibt Lobau bleibt! mit einer Fahrraddemo jedenfalls ein neuerliches starkes Lebenszeichen von sich und verweist auf die Widersinnigkeit der Umsetzung des geschätzte € 5 Mrd. verschlingenden Bauvorhabens in Zeiten eines verordneten Sparkurses. Auf ihrer Homepage heißt es:
„Als Lobau-Bleibt kämpfen wir seit 4 Jahren intensiv gegen den Bau-Wahnsinn der Reichen und Mächtigen. Am 13.9. wollen wir mit unseren Rädern unsere Ablehnung des monströsen Tunnel-Projekts zeigen und unsere Liebe zur Lobau hochhalten! … Gemeinsam Lobau-Autobahn stoppen! Lebensqualität für uns alle: - Ausbau der Öffis und Rad-Infrastruktur - Retten wir die AU und die Äcker - NEIN zu Bodenversiegelung! Sparen müssen und gleichzeitig extrem teure, absurde Verkehrsprojekte planen – geht’s no? Die Lobau soll leben! – Sei Teil der Bewegung – Schützen wir die AU!“
Die Route beginnt am Praterstern, führt über die ikonischen Orte der Bewegung und endet beim Nationalparkhaus am Dechantweg.
Als KPÖ Donaustadt rufen wir unsere Freund_innen dazu auf, sich zahlreich an dieser Aktion zu beteiligen!
Nähere Infos gibt es hier.



