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Neues Jahr - neues (Un)glück

  • Montag, 16. Januar 2023 @ 10:06
Vor wenigen Tagen erreichte ein Leserbrief die KAKTUS Redaktion mit folgendem gekürzten Inhalt:
Bei der U2 Hausfeldstraße, dort wo die Ein- und Ausfahrt aus dem Tunnel und im Rahmen des Stadtentwicklungsgebietes Oberes Hausfeld ein Campus geplant sind, steht derzeit die Tunnel-Baugrube unter Wasser. Technisch lässt sich dies sicher mit Unterwasserbeton lösen. Die Frage ist, welche Auswirkungen dies und die geplanten Tiefgaragen im Rahmen des Stadtentwicklungsgebietes auf den Wasserhaushalt haben?

Das ist sicher eine gute Frage, die nur noch von der Problematik der Altlast W6 Mobil auf den Flächen im Bereich Süßenbrunner Straße und Umgebung getoppt wird.

Hier geht es nicht nur um Grundwasser sondern auch um Altlasten aus einer Raffinerie von Mineralölprodukten, die seit dem 19. Jh. in Betrieb war und während des 2. Weltkrieges schwer beschädigt wurde. Die großflächige Boden- und Grundwasserverschmutzung mit Mineralprodukten versuchte man ab 2001 durch verschiedene Maßnahmen zu sanieren und laut Umweltbundesamt "gehen von dem Altstandort keine erheblichen Auswirkungen auf des Schutzgut Grundwasser mehr aus!."

Gesicherte Altlast W6: Mobil, Altlastenportal

Nun ist aber geplant, mit dem Quartier Süßenbrunner West eine riesige Anlage auf die grüne Wiese zu stellen, die teilweise weniger als 500 m vom Altstandort entfernt sein würde. Das Grundwasser im Abstrom des Altstandortes wird durch Feldbrunnen zu Bewässerungszwecken und Hausbrunnen in der rund 550 m östlich gelegenen Stadtrandsiedlung genutzt und der Badeteich Hirschstetten liegt rund 1 km abstromig. Geplant sind vier Stockwerke tiefe Garagen, deren Auswirkungen auf diese hochsensiblen Flächen noch nicht abzuschätzen sind.

Näheres über die Altlast W6 Mobil ist bei der Bürgerinitiative Süßenbrunnerstraße zu erfahren.

Es gibt also hier noch jede Menge heikler Fragen, bevor man sich in das nächste Abenteuer Wohnbau stürzt. Schließlich ist die Gemeinde Wien ja so stolz auf das gute Wasser für die Bewohner der Stadt. Da wollen wir hier in der Donaustadt nicht ausgeschlossen werden, wenn wir schon die Krot schlucken müssen, dass unser Bezirk (angeblich der schönste von Wien lt. BV Nevrivy) zur Transithölle degradiert wird.