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Zwei Berichte im Vorabdruck aus der Kaktuszeitung

  • Samstag, 16. April 2022 @ 11:30
Von einem neuen Projekt „Süßenbrunner West" und einer „Expedition ins Hausfeld"

„Süßenbrunner West“

Während in anderen Großstädten Überlegungen angestellt werden, wie die Klimakrise zu bewältigen sein wird und viele Expertisen erstellt werden, geht Wien einen anderen Weg:
• Obwohl ausgezeichnete Alternativen vorliegen, findet es die Gemeinde nicht der Mühe wert, sich diese überhaupt zu Gemüte zu führen, und hält stur an dem vierspurigen Autobahnzubringer namens „Stadtstraße" fest. Man fragt sich bereits, welche Vorteile der Stadtregierung daraus erwachsen könnten.
• Man baut weiterhin tausende Wohnungen inmitten fruchtbarer Äcker, die für alle Zeiten verloren gehen. Dass die dringende Notwendigkeit nicht gegeben ist, zeigen die vielen Schilder „Wohnungen zu verkaufen", „Wohnungen zu vermieten", „Vermögensanlage über Generationen hinweg" etc.

Nun toppt die Gemeinde Wien diese Schildbürgerstreiche durch ein neues Projekt „Quartier Süßenbrunner West" zwischen Oberfeldgasse und Breitenleer Straße, wo bisher Selbsternteparzellen des Biohofes Radl angeboten wurden.


Außerdem gibt es dort einen naturbelassenen Streifen, einst von BV Scheed als Biotop-Weg gewidmet und Heimat vieler Kleintiere, welche allesamt auf der Roten Liste stehen. Wie man nun hört, wird sich die MA 22 um die Aufzeichnung der Tiere, vor allem Amphibien kümmern, damit diese dann später „abgesiedelt" werden können. Man darf sich schön langsam fragen, wohin alles abgesiedelt wird, z. B. auch das Rehrudel auf dem selben Areal, hoffentlich nicht ins Nirvana!

Am 2.4.2022 traf sich bereits eine Gruppe von AnrainerInnen, die auf jeden Fall gegen die geplante Bauhöhe - bis zu 33 m Einspruch erheben wird.

Vor allem ist eine derartige Umwidmung von Ackerland in Bauland in Zeiten explodierender Getreidepreise mehr als merkwürdig.

Bis 26. 4. 2022 kann auch eine Petitionsliste unterschrieben werden. Sie ist abzurufen bei info@bi.süssenbrunnerstr.at

Projekt „Hausfeld Nord"

Die Stadtregierung hat es zurzeit besonders eilig mit dem Durchpeitschen von Projekten. Könnte der Grund darin liegen, dass in absehbarer Zeit Schluss sein wird mit dem „billigen" Geld, das die Investoren geradezu herausfordert, es in Betongold anzulegen?

Am 1.4. 15 Uhr startete eine „Expedition ins Hausfeld", ausgehend von der Schule Contiweg.

Auch hier gab es naturgemäß reges Interesse. Das Thema war vor allem das Hausfeld Nord, das bereits geplant sein soll und nur mehr vorgestellt werden sollte. Warum man sich dann unter „mitreden" anmelden musste, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Besonders spannend wurde es, als ein kluger junger Mann fragte, wo auf dem vorgezeigten Plan denn die „Stadtstraße" zu sehen sei. Ja, das war nun wirklich peinlich, denn es wurde klar, dass man vor lauter „klimafit, grün und lebenswert" ganz auf diese Monsterstraße „vergessen" hatte. Das hatte einigen Unmut und Tumult zur Folge, noch dazu, wo immer Leute geschickt werden, die nicht wirklich für diese Pläne verantwortlich sind.

Zu erfahren war auf jeden Fall, dass das ehemalige Konsumlager dem Herrn Haselsteiner gehört und dieser es zu einem Logistikzentrum ausbauen will, mit Anschluss an die „Stadtstraße", versteht sich.

Da kommen wir der „Dringlichkeit" für diese Straße schon etwas näher. Vielleicht darf man auch noch erfahren, welche Logistik dort ein Zentrum haben wird. Das monströse Amazon-Logistikzentrum in Graz Liebenau wurde erst vor kurzem nach heftigen Anrainerprotesten zurückgezogen.

Online- Kaktus: Haselsteiner und Zöchling kaufen ehemaliges Konsum–Zentrallager (07.10.2017)