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Klimaschädliche Stadtstraße – ein Fass ohne Boden!

  • Freitag, 16. April 2021 @ 07:15
Protest am Rathausplatz gegen 460-Millionen-Paket des Wiener Rathauses

Trotz Bedenken zahlreicher namhafter Wiener Wissenschafter, darunter Hermann Knoflacher, emeritierter Professor am Institut für Verkehrswissenschaften (TU Wien), Helga Kromp-Kolb, emeritierte Professorin am Institut für Meteorologie und Klimatologie (BOKU) und Politikwissenschaftler Mathias Krams, wurde am Donnerstag, 15. April 2021 im „Mobilitätsausschuss“ der Stadt Wien auf Vorschlag der (rotpinken) „Fortschrittskoalition“, mit den Stimmen von SPÖ, NEOS, der ÖVP und FPÖ, ein mehr als doppelt so hoher Beitrag Wiens, als ursprünglich vorgesehen, zu dem von Bund und Stadt kofinanzierten Projekt „Stadtstraße Aspern“ in der Donaustadt beschlossen. Die Gesamtkosten erhöhen sich damit vorläufig auf 460 Millionen Euro.

Zum Vergleich: nur 100 Mio. € wollen SPÖ Wien und NEOS Wien in den nächsten 5 Jahren für Klimawandelanpassung ausgeben.

Die „Initiative Hirschstetten-retten", die gegen die ebenso umstrittene Lobauautobahn aktive Bürgerinitiative „Rettet die Lobau – Natur statt Beton", das „Umweltbüro VIRUS", das „BürgerInnen Netzwerk Verkehrsregion Wien – NÖ – Nordost – BNWN“, „Friday for Future /FFF)", „Selbstbestimmtes Österreich-demokratisch souverän neutral", „System Change not Climate Change (SC-NCC)", „ Stopp Lobauautobahn", „Platz für Wien", das „Forum Wissenschaft" und andere Kritiker*innen dieser „Monsterstraßenprojekte" in der Donaustadt, trafen sich aus diesem Anlass am Vormittag zu einer Protestkundgebung vor dem Wiener Rathaus.

Werner Schandl, Sprecher von „Hirschstetten-retten", fasste in einer Aussendung ihre gemeinsame Position wie folgt zusammen:

„ Das Projekt ist sinnlos, weil wirkungslos, sogar massiv kontraproduktiv für die Erreichung der gesteckten Klimaziele Das Projekt ist gesundheitsgefährdend - gegen Feinstaub, Lärm und Schadstoffe gibt es auch keine Impfung. Das Projekt ist arbeitsplatzgefährdend, weil die Geldmittel lediglich in die Amortisierung von Baumaschinen fliesen würde und nicht in nachhaltige Arbeitsplätze. Bei einer Investition der gleichen Mittel in den Bau von Schulen, Sportstätten, Bildungseinrichtungen, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und in den sozialen Wohnbau, haben 3 bis 4 x so viele Menschen einen Arbeitsplatz, als beim Bau von Straßen. Das Argument mit der Arbeitsplatzbeschaffung ist also, um es auf neudeutsch zu sagen „Fake“.“

Es wird keine Entlastung geben!

Die Stadtstraße sei keine Umfahrung der Ortskerne und schon gar keine Entlastung - im Gegenteil. Sie soll die Tangente mit der S 1 verbinden und sei „als deren Bypass für das Ein- und Auspendeln nach und aus Wien" konzipiert. „Die vorgegaukelte Entlastung ist ebenfalls 'Fake' ", hält Schandl ebenfalls fest.

Weitere zum Anlass passende Links:

Stellungnahme von VIRUS – Hier klicken!

neugestaltete Website von „Hirschstetten-retten"
Die Dimensionen von S1-Spange und Stadtstraße sind dort auf mehreren Videos ersichtlich, ebenso wie die Gerichtsentscheidungen nachgelesen werden können.

Standard (14.04.2021) „Wissenschaftler warnen vor geplanter Stadtstraße"

PS: Vor den letzten Wiener Wahlen waren die NEOS noch „gegen die Stadtstraße“. Leider haben auch sie ihre damalige Haltung in der Zwischenzeit zugunsten ihrer Regierungsbeteiligung auf dem Altar der Macht geopfert.
Siehe dazu auch Kaktusbeitrag vom 19.01.2020