Verkehrsentlastung statt Milliardengrab in der Donaustadt!
Donnerstag, 6. Februar 2025 @ 21:55
Ein aktueller Kommentar von Bernhard Gaishofer, Donaustädter KPÖ-Bezirkssprecher
Noch ist nicht klar wie es mit der mehr als umstrittenen Lobau-Autobahn, welche quer durch den Bezirk führen soll, weiter geht. Nachdem die Umweltministerin das Projekt 2021 gestoppt hat, möchte die neue Regierung den Bau forcieren.
Nun hat eine „strategische Prüfung“ in einer Studie die geplante Form der S1 Süßenbrunn – Schwechat mit dem Lobautunnel und mögliche Alternativen untersucht und kam zu dem Schluss, dass das geplante Projekt von allen Alternativen sowohl das teuerste als auch das ineffizienteste („…zusätzliche Verkehrsbelastungen […] und damit zu negativen Auswirkungen auf Umwelt, Klima und die Raumstrukturen führt“) ist. Abschließend wird eine Streichung aus dem Bundesstraßengesetz, bei einem gleichzeitigen massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs gefordert.
Es darf davon ausgegangen werden, dass die prognostizierten Kosten von über zwei Milliarden Euro, wie man das bei solchen Projekten mittlerweile gewohnt ist, noch massiv überschritten werden. Somit droht der Bau, so er überhaupt umgesetzt wird, zu einem Milliardengrab zu werden. Zahlen dürfen das letztendlich wir alle! Es darf sich also berechtigt die Frage gestellt ob es nicht sinnvoller ist, stattdessen den öffentlichen Verkehr auszubauen als auch den Bahngüterverkehr zu modernisieren. Das käme uns nicht nur billiger, sondern hätte, neben einer Verbesserung der Verkehrssituation für die Bevölkerung, auch noch den Effekt, dass Arbeitsplätze geschaffen werden würden und (um das im Jargon diverser Projektverfechter zu sagen) der „Wirtschaftsstandort“ verbessert wird.
Schmäh von der Verkehrsentlastung
Fix ist – es braucht eine Verkehrsentlastung in der Donaustadt, schon jetzt ist die Situation in vielen Bezirksteilen untragbar und wird stetig schlimmer. Fix ist jedoch auch, dass diese notwendige Entlastung nicht durch die Lobau-Autobahn geschaffen wird, wie das von den etablierten Parteien gerne kolportiert wird. Zwar gibt es Studien die zeigen, dass es kurzfristig zu einer neuen Verteilung des Verkehrs kommt, langfristig unser Bezirk aber nur noch mehr unter neuer Verkehrsbelastung leiden wird. Und das behauptet nicht irgendjemand, sondern wird durch Untersuchungen der ASFINAG, also des Projektbetreibers selbst, bestätigt und zeigt sich auch bei ähnlichen Autobahnprojekten anderer Großstädte. Zusätzlich dazu soll die Lobau-Autobahn im Speziellen Teil einer durch quer Europa führenden Hochleistungstransitroute werden – wir holen uns damit also den Schwerverkehr direkt vor die Haustüre. Von Entlastung für die hier lebende Bevölkerung, mit der das Projekt ja schmackhaft gemacht wird, also keine Spur!
Entlastung für die Bevölkerung statt Prestigeprojekte für die Transitlobby
Wir von der KPÖ sind daher gegen die Lobau-Autobahn und alle damit verbundenen Hochleistungsstraßenprojekte (wie die „Stadtstraße“ Hirschstetten). Nicht nur weil diese exorbitant teuer für uns und ökologisch bedenklich sind, sondern auch weil sie schlicht keinen Nutzen für die Bevölkerung haben (erhöhte Verkehrsbelastung, Straßenschneisen durch Wohn-, Erholungs- und Naturschutzgebiet,…) und letztlich nur dem Profit einiger Weniger nützen. Mit nur einem Bruchteil des Geldes könnte man endlich den dringend notwendigen Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Transdanubien und dem Umland ermöglichen, was zu einer enormen Erleichterung des Alltags und einer Verbesserung der Lebensqualität im Bezirk führen würde.