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Stadtplanung wie „Jugend (statt Profis) am Werk"

  • Samstag, 21. September 2024 @ 10:18
Eine LeserInnenzuschrift von R.H. (Name und Adresse ist der Redaktion bekannt) zu unserem Beitrag „Wo ein Wille, ist auch eine Bahnstrecke!".

Servus!

Die Grafik sieht ja recht nett aus, doch um einen sinnvollen Ring zu bekommen, müssten noch zwei Umsteignotwendigkeiten beseitigt werden: Handelskai und Hütteldorf. Außerdem ist die Fahrt von Heiligenstadt zum Handelskai über eine meines Wissens immer noch eingleisige Strecke auch wegen des Umwegs untragbar. Es bräuchte Direktverbindungen von Hietzing nach Penzing und von Heiligenstadt über eine neue Brücke nach Floridsdorf. Ersteres wird jetzt wohl mit Verzögerung zweigleisig ausgebaut, doch für Zweiteres gibt es weder Pläne noch Geld. Zudem kann die S-Bahn wegen der längeren Abfertigungszeiten immer noch nicht mit der U-Bahn mithalten. Die Intervalle der S80 sind auch noch so, daß ich von Neu-Kagran mit Fahrrad-Teilnutzung nach Simmering immer noch schneller mit der U-Bahn über den Stephansplatz bin. Allein die Fahrt zur Station Erzherzog-Karl-Straße mit dem Fahrrad ist nur was für Idealisten. Auch zur Station Stadlau ist es mit 2x Liftfahren unattraktiv. Statt der Lifte hätte man wohl besser eine Rampe gebaut, die noch dazu wartungsärmer wäre. Fällt einer der beiden Lifte aus, ist die Anfahrt mit dem Fahrrad sowieso vergeblich, weshalb die Station Erzherzog-Karl-Straße die bessere Wahl wäre - wenn dort auch alle Züge wie früher halten würden. Stattdessen werden Fahrradhighways gebaut, die mehr Ampelphasen benötigen, das Fortkommen mit dem Fahrrad nicht verbessern und Kreuzungen zu einem höheren Anteil nutzungsfrei halten. Mehr Ampelphasen und jeweils zehn Sekunden ungenutzte Zeit zwischen den Phasen summieren sich zu hausgemachten(!) Staus. Der Top-Schildbürgerstreich ist die Kreuzung Hosnedlgasse/Breitenleer Straße. Dort wurden die Haltelinien so weit zurückgesetzt, daß sich die ungenutzte Zeit zwischen den Phasen sogar noch verlängert.

Die Stadtplanung wirkt auf mich eher wie „Jugend (statt Profis) am Werk" wobei die Jugend mitunter deutlich besser drauf wäre.

Liebe Grüße - Rudi

P.S.: Welcher Fahrgast hat den REX1 zur Erzherzog-Karl-Straße eigentlich genutzt - falls der Zug dort überhaupt gehalten hat?