Willkommen bei KAKTUS - Online / KPÖ-Donaustadt Freitag, 2. Dezember 2022 @ 22:02

Wildwest in der Donaustadt

  • Mittwoch, 13. April 2022 @ 09:30
von Margarete Lazar

Am 5. 4. 2022 war es also wieder so weit. Die Wiener Stadtregierung konnte nicht länger zusehen, wie einige KlimaaktivistInnen weiterhin für „Unruhe" sorgten auf der zukünftigen Einmündung der „Gemeindestraße" in die A23 und sah keinen anderen Ausweg, als ihre Sheriffs ausreiten zu lassen. Da wird nicht gekleckert, sondern nur geklotzt. Angeblich waren um die 400 PolizistInnen im Einsatz, die man dann im Laufe des ach so gefährlichen Einsatzes auch noch verköstigte, um sie weiterhin „kampfbereit" zu halten.

Rundherum gab es Dutzende Polizeifahrzeuge, die unter anderem auch in der JET Tankstelle geparkt waren.

Wie von ZeugInnen zu erfahren war, waren unsere Sheriffs nicht zimperlich. Ja, da kann man schon ein Mal die Nerven verlieren, wenn man so einem radikalen Klimaschützer Aug in Aug gegenübersteht. Die Waffengleichheit ist schließlich gegeben, denn die KlimaschützerInnen haben ja keine Knüppel und keine Schußwaffen. Man darf sich fragen, wo die Polizei ihr Krisentraining macht.


Als dann einige Bagger besetzt wurden, verlor wiederum ein Baggerfahrer die „Nerven" und konnte nur mit Mühe davon abgehalten werden, seine Schaufel auf einen jungen Mann hinunter sausen zu lassen, wie mir von einem Aktivisten, der unmittelbar beteiligt war, berichtet wurde.

„Nun ist aber alles gut." Das Camp ist zerstört, die dort als Zeichen des Good Wills von Anrainern gepflanzten Bäumchen ausgerissen, die gute Erde abgetragen und der Herr Bürgermeister kann wieder ruhig schlafen. Der Großangriff ist gelungen und jetzt wird das inzwischen eingezäunte Areal Tag und Nacht von Securities bewacht und auch eine Videoüberwachung wurde installiert. Schließlich könnte sich ja noch jemand ein letztes Bäumchen holen.

Zum Abschluss noch ein Zitat von Antonio Guterres, seines Zeichens UNO-Generalsekretär, vom 1. 4. 2022:
„Die wahren gefährlichen Radikalen sind nicht Klimaaktivisten, sondern jene Länder, die die Produktion von fossilen Brennstoffen ausbauen. Solch eine Strategie ist „moralischer und wirtschaftlicher Wahnsinn."

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