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Ein Gordischer Knoten und die überforderte Gesellschaft.

  • Sonntag, 28. November 2021 @ 09:10
Ein Diskussionsbeitrag von Wolfgang Sigut

Eigentlich wäre es angebracht, den Fleischkonsum zu reduzieren, das Auto weniger zu nutzen, nur mehr im Inland per Bahn Urlaub zu machen und überhaupt Energie einzusparen.
Sollen und Handeln klaffen aber weit auseinander!

Kein Raum bleibt für Besinnung. Karl Popper, der Philosoph dazu: „Die Hybris, die uns versuchen lässt, das Himmelreich auf Erden zu verwirklichen, verführt uns dazu, unsere gute Erde in eine Hölle zu verwandeln.“
Die Tragfähigkeitsgrenzen der Erde sind mit unserer Art zu wirtschaften schon lange überschritten und weiterhin wird Wachstum propagiert, womit aber der Ernst der Sache total verkannt wird.

Die Gemeinde Wien überschwemmt uns mit Inseraten, die die „Stadtstraße-Hirschstetten” als Verkehrsentlastung und Bedingung für weiteren Wohnungsbau schönfärben und die wir obendrein noch alle mit unseren Steuergeldern bezahlen müssen. Die Einwände der Wissenschaft und Anrainer, die sich klar gegen diese Bauvorhaben aussprechen, werden beiseite gewischt und nur der aktive Protest von vielen jungem Menschen bewahrt uns inzwischen vor nicht reversibler Naturzerstörung.

Bei der Straßenbau-Evaluierung von Bundesministerin Gewessler endet der Herbst erst am 31. Dezember 2021 – meteorologisch möglich; ihr Problem: die Grünen sind in einer Koalition mit der türkisen ÖVP und so sieht sie sich daher einem Gordischen Knoten gegenüber, wo Verkehr, Klima und Ökonomie untrennbar ineinander verwoben sind.

Kann dieser Knoten aufgelöst werden?

Ja, kann er – mit einer klugen und mutigen Haltung, die uns vor Augen führt, dass Lebensqualität möglich ist anstatt systemgetriebene Unrast und weiterer Raubbau an unseren Lebensgrundlagen.
• Indem wir unsere Mobilität von motorisiertem Individual- auf attraktiven, öffentlichen Verkehr umstellen und die im Alltag notwendigen Wege so kurz wie möglich gestalten.
• Und indem wir wiederentdecken, auf einander zu achten, um einer positiven Dynamik Raum zu geben.

Das Auto wird auch weiterhin eine Rolle spielen, aber dann für jene, die es wirklich brauchen und damit auch fahren können.