Lobautunnel: Warten bis es kracht?
- Sonntag, 17. Mai 2009 @ 07:09
Ein Gastbeitrag von Jutta Matysek, Sprecherin der überparteilichen Bürgerinitiative „Rettet die Lobau – Natur statt Beton“Vor ca 100 Menschen im Publikum sprach OSenR Dr Otto Widetschek, der Gründer des Brandschutzforums zu dem Thema Lobautunnel bei einer Veranstaltung der überparteilichen BürgerInneninitiative BIM-Marchfeld Donauauen.
Er beruft sich auf Aristoteles: „Es gehört zum Wesen des Wahrscheinlichen, dass das Unwahrscheinliche passieren kann.“
Risiko setzt sich bei der Feuerwehr immer aus Wahrscheinlichkeit mal Schadenswirkung zusammen. Sie müssen immer von dem größten anzunehmenden Unfall ausgehen. Immer gibt es allerdings ein Restrisiko, das kleiner als ein festgelegter Grenzwert ist. Wie hoch dieser Grenzwert als zumutbar eingestuft wird, ist eine politische Entscheidung. Ein GAU (Begriff urspr. aus der Atomenergie) gilt als der größte anzunehmende Unfall, der noch mit vorhandenen Mitteln bekämpft werden kann.
Für Tunnel heißt das: Ein LKW im Vollbrand, der keine gefährlichen Güter geführt hat, ist ein GAU. Er ist mit Hilfe einer Rauchentlüftungsanlage mit ca. 120 Kubikmeter/min von der Feuerwehr noch beherrschbar. Wenn allerdings noch ein PKW oder ein weiterer LKW oder mehr dazukommt, dann ist die Feuerwehr machtlos. Ein brennender Tankwagen in einem Tunnel wäre ein nicht löschbarer Tunnel-SUPERGAU.
Die Rauchentwicklung ist das Hauptproblem im Tunnel. Deshalb müsste man unbedingt redundante Systeme bauen wie z.B. Doppelte Stromversorgung.
Lückler, jahrelang Vorstandsmitglied der Asfinag, habe sogar einmal zu ihm gesagt „Wir haben zu viele Tunnel gebaut“.
Was er aus Feuerwehrsicht am geplanten Lobautunnel kritisiert:
Die geplante Zahl von 60000 Fahrzeugen täglich, die für 2025 prognostiziert ist, ist für Widetschek „unheimlich viel – mit der Menge der Fahrzeuge steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Unfällen.“



