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Ein anderer Weg tut Not - Die Ursachen von Vandalismus bekämpfen!

  • Montag, 17. Dezember 2007 @ 06:10
Öffis statt noch mehr Töffis Ein Leserbrief betreffend die ÖBB-Haltestelle Hirschstetten

Es liegt schon einige Zeit zurück. Mehrmals hat sich die KPÖ an die ÖBB gewandt. Es geht um die Haltestelle Hirschstetten der S80. Benützer dieser Haltestelle fanden keinen ausgehängten Fahrplan vor. Angesichts des langen 30 Minuten-Intervalls eine besonders unangenehme Sache. Der Kaktus hatte sich des Problems angenommen und berichtete darüber. Siehe und staune, die ÖBB hatte schließlich eine dem früheren Witterungseinflüssen und Beschädigungen durch Vandalismus trotzende Lösung gefunden. Meinte man jedenfalls, um erst vor kurzem leider eines besseren belehrt zu werden. In der Zwischenzeit hat leider auch dieser Fahrplanaushang dem Vandalismus nicht standgehalten. Der ÖBB sollte und kann man nun allerdings sicher keinen Vorwurf mehr machen. Es ist bedauerlich, dass - zum Schaden der auf Informationen über den Fahrplan angewiesenen Fahrgäste - es immer wieder zur Beschädigungen der in versperrten Schaukästen aushängenden Fahrpläne kommt. Aus Sicht der ÖBB scheint guter Rat teuer. Auch der in solchen Situationen "modern" gewordene Ruf nach mehr Polizei oder einer weiteren Ausweitung der Videoüberwachung würde das Problem höchstens an der Oberfläche beseitigen. Ich frage mich allerdings dabei auch, wo die öffentliche Überwachung - folgen wir diesem Ruf - letztlich enden wird. Deshalb möchte ich diesem Weg der Problemlösung nur ungern folgen. Erboste Fahrgäste geben für diesen Vandalismus einer in den Gemeindebauten der Quadenstraße wohnenden Gruppe Jugendlicher die Schuld und sehen ihre Vermutung mit immer wiederkehrenden aus der Fußballanhängerschaft bekannten Beschmierungen bestätigt.

In letzter Zeit hat man aber auch viel davon gehört, dass solche und ähnliche Vorfälle des Vandalismus, insbesondere bei Jugendlichen, auch in hohem Maß auf Perspektivlosigkeit zurückgeführt werden müssen. Schwierige soziale, triste familiäre Verhältnisse, keine Aussicht auf einen Lehrplatz oder eine in die Zukunft gerichtete Ausbildung und ein unzureichendes Freizeitangebot außerhalb des üblichen Kommerzes zählen zu den möglichen Ursachen. Das Jugendzentrum in der Prinzgasse wird von Jugendlichen "über der Quadenstraße" kaum besucht. Der Vorschlag, ein weiteres in einem in der Zwischenzeit aufgelassenen Kindergarten zu etablieren, hat keine Verwirklichung gefunden. Das wären nur einige mögliche Erklärungen die, nicht als Ausrede für ungebührliches Verhalten, aber als Ansatzpunkt für eine Problemlösung herangezogen werden sollten. Auch so manche Eltern, die sich zu den "Besserverdienern" zählen und selbst, solange es nicht um ihre Kinder geht, vorschnell nach der Polizei oder dem Richter zu rufen geneigt sind, mögen in manchen Fällen, schmerzhaft darauf aufmerksam geworden sein, dass soziales Elend nicht immer für Vandalenakte Jugendlicher alleine, die Ursache ist.

Wie wär's mit dem Einsatz von Streetworkern durch das Jugendamt der Gemeinde Wien. Auf diese Weise könnten Problemlösungen herbeigeführt werden, die ohne vorschnelle Kriminalisierung Jugendlicher auch zu einer letztendlich für die ÖBB und deren Fahrgäste befriedigenden Lösung führen könnten.

M.H

Bewohnerin der Siedlung Kriegerheimstätten

Name und Adresse der Redaktion bekannt