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    Donnerstag, 13. Dezember 2018 @ 14:54

    „Monsterbauten“ – wann ist endlich Schluß?

    Jetzt ist der Lettenhaufen dran

    Wohnen in Wien wird immer teurer. Die Wohnkosten steigen seit Jahren weit mehr als die Einkommen. Und das nicht nur, weil die Mieten in Altbauten häufig deutlich höher sind als es gesetzlich zulässig wäre. Knappheit hat eben ihren Preis. Seriösen Berichten zufolge müssten in der Bundeshauptstadt jährlich rund 9.000 geförderte Wohnungen errichtet werden, um das Bedürfnis nach leistbarem Wohnraum einigermaßen befriedigen zu können. Gebaut werden allerdings nur rund 5.000.

    Angesichts dessen wird wohl kein vernünftiger Mensch grundsätzlich dagegen sein, wenn in der Donaustadt gebaut wird. Denn jeder weiß, dass viele Menschen auf Wohnungssuche sind und es bei uns im Bezirk durchaus Flächen gibt, die sich zum Bauen eignen.

    Ob sie allerdings zu erschwinglichen Preisen erhältlich sind oder aus Spekulationsgründen gehortet werden, ist eine andere Sache.

    Bei manchen Bauvorhaben und deren Begleitumständen fragt man sich allerdings, wozu sie außer für den Profit der Bauträger gut sein sollen. Mit der Verbauung im Bereich Dittelgasse ist trotz der Proteste der Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung vor einiger Zeit begonnen worden. Über das Drumherum der „Einbeziehung“ der Bürger (und wer daran verdient hat) berichten wir an anderer Stelle.

    Die Obere Alte Donau wird seit Jahren ebenso wie das Franz-Josefs-Land durch Bauten verschandelt, die woanders durchaus gefallen könnten, aber dort, wo sie gebaut werden, durch ihre Größe nur störend wirken. Und eine eben solche Entwicklung gibt es derzeit am Lettenhaufen, der Siedlung zwischen Donaustadtstraße, Wagramer Straße, Erzherzog-Karl-Straße und Arminenstraße. Bauhöhen, die zur vorhandenen Bausubstanz überdimensional sind, stören nicht nur die unmittelbaren Nachbarn, sondern das Gesamtbild der über Jahrzehnte gewachsenen Anlage.

    Dass Unternehmen wie die Haring Group, Glorit usw verdienen wollen, verwundert uns nicht. Dass Wien mit entsprechenden Flächenwidmungen „Monsterbauten“ ermöglicht, ist hingegen skandalös. Noch dazu, wo Wien nicht nur von den Sozialdemokraten, sondern auch von den Grünen regiert wird, die doch für den Erhalt von möglichst viel Grünfläche sein müssten.

    Alles für den Individualverkehr

    Der grüne Gedanke wird allerdings vielfach mit Füßen getreten. Ein drastisches Beispiel wird gerade in der Mühlgrundgasse geboten. Dort wird munter gebaut. Dagegen ist an sich nichts zu sagen. Schließlich bietet es sich an, in unmittelbarer Nähe zu einem hochrangigen öffentlichen Verkehrsmittel (hier die S 80 und die U2-Station Stadlau) Wohnraum für möglichst viele Menschen zu schaffen.

    Die Begleitumstände sind allerdings mehr als bedenklich. Die Mühlgrundgasse wird auf elf Meter verbreitert, Anrainer müssen einen Teil ihres Grundes hergeben und viele alte Bäume werden gefällt. Und warum das alles? Damit zwei Fahrspuren und eine Parkspur geschaffen werden und die künftigen Bewohner der Neubauten besser mit dem Auto zu- und wegfahren können – anstatt die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen!

    Übrigens:

    Vor einigen Jahren rühmte sich die Stadt Wien mit einer autofreien Wohnanlage in Transdanubien, einem sogenannten Pilotprojekt, bei dem es geblieben sein dürfte. Warum wird dem Gedanken „Wohnen ohne Auto“ nicht gerade in der Mühlgrundgasse Rechnung getragen, wo die öffentliche Verkehrsanbindung ausnehmend gut ist?

    Da sage noch einer, Wien wäre eine autofeindliche Stadt! Aber was will man von Politikern schon erwarten, die die Stadtstraße und die Lobauautobahn herbeisehnen!

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