Ja, die Jahre (Jahrzehnte) sind in dieser ehemaligen Gärtnerregion verflossen wie im Wind...
- Freitag, 21. März 2025 @ 16:42
Ein Leserinnenbrief von Frau Ingrid Winter-Schafferhans aus Stadlau.
Sehr geehrtes "Team Kaktus",
...Ja, die Jahre wie auch natürlich die Jahrzehnte sind in dieser ehemaligen Gärtnerregion verflossen wie im Wind. Einige alte Häuser haben es geschafft, den Altbestand ihrer Ahnen zu erhalten, zu verteidigen. Wiewohl die Stadt Wien mit allen Mitteln versucht hat, die Alteingesessen los zu werden, deren Einfamilienhäuser zu schleifen, um Betonkomplexe zu errichten. Dort, wo es gelungen ist, haben die neuen Bewohner erkannt, dass der historische waldähnliche Baumbestand entlang der Mühlgrundgasse den Alteingesessenen zu danken ist.
Als Urstadlauerin brauche ich Euch ja nicht erklären, was die Stadtplanung eigentlich am ehemalig blühenden Marchfelddorf Stadlau zerstört hat.
Da ich am UVP Verfahren für die U2 teilgenommen habe, musste ich zunehmend mit Schaudern erkennen und wahrnehmen, dass es dabei gar nicht um die Umwelt der Region geht, sondern mit extrem verdicheter Verbauung die U Bahn "schmackhaft" zu machen.
Dass im Umfeld des Stadlauer Friedhofs vor Jahren auf Betreiben vom leider früh verstorbenen Bezirksvorsteher Franz Karl Effenberg ein sogenannter Bürgerwald angepflanzt wurde, hat natürlich Bauträger angezogen, auch die Immohaie der ÖBB. Der es gelungen ist, damalige Grüne zu bewegen, Grünflächen des Landschaftsschutzgebietes Lobau in Bauklasse III und IV umzuwidmen.
Jenen (noch) unverbauten Flächen und waldigen Flächen, (Hans-Mayr-Platz) wo einst der Fußballplatz Stadlau war, Ecke Kaisermühlenstraße, Wiedgasse, Mühlgrundgasse, Konstanziagasse, hat man vor Jahren bereits einen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan verpasst, der ein abgeschattetes verdichtetes Inferno für die Hochbauten (!) entlang der U-Bahn Trasse bedeuten wird. Und die ÖBB wird ein weiteres Beispiel liefern, dass ihr Immogewinne lieber sind statt Umwelt.
Eigentlich müsste sich das Bundesministerium für Klimaschutz und Umweltschutz diesem geplanten Umweltmonster annehmen.
Die Groteske dieses UVP Verfahrens besteht ja darin, dass die U-Bahn Trasse in der technischen Konzeption bestanden hat, aber die ÖBB mit einer extrem baulichen Verdichtung Immogewinne erzielt, bei gleichzeitiger Vernichtung der restlichen Lebensqualität der Anrnainer.
Bauklassen IV sind ja kein Schanigarten.
Abgesehen davon, dass jetzt schon das Verkehrsaufkommen PKW sowohl durch den örtlichen Zuzug neuer Bewohner zunimmt, als auch die hiesigen Hauptstraßen Richtung Südosttangente den Pendler- und Schleichwegverkehr aus Richtung Gänsernsdorf, Aspern zu spüren bekommen. Die täglichen Staus sind mittlerweile überall.
Der Kommentar von Frau Dr. Margarete Lazar ist treffend und vorausschauend. Die Crux ist ja, dass planerische Dilletanten sich mit Schnapsideen in Szene setzen dürfen. Auch der Lobautunnel. Der sollte ja einst, auf Wunsch der Grünen, nur deshalb einer werden, wegen dem oberirdischen Baumbestand. Ohne zu bedenken, was der Aushub und die Bearbeitung der Schotterkörper bedeutet.
Man wird ja wohl mittlerweile erkannt haben, dass weltweit oberirdischen Traversalen, Brückentragwerken, auch übers Meer, der Vorzug gegeben wird. In tiefen Löchern herum zu buddeln, provoziert ja gerade das Gefahrenpotential durch Batterien und elektrobetriebene Fahrzeuge.
Zurückgerechnet und bei Vergleichsanstellung hätte man schon lange zu dem Schluss kommen müssen, dass die Tunnellösung aus mehrerer Sicht die schlechteste Variante ist. Warum viele Poliltker auf der Tunnellösung beharren, lässt die Vermutung aufkommen, dass es vielleicht Verstrickungen und Abmachungen mit der Bauwirtschaft gibt. Natürlich wird schon Geld und Aufwand in die Planungen geflossen sein. Aber die Kosten für eine Tunnelausführung und dessen Betrieb werden jene einer Brückenausführung weit übersteigen.
Wenn nun allerdings vermutet wird, dass mit einem extrem ausgebauten ÖFFI-Verkehr spezielle Bedürfnisse der Mobilität abgedeckt werden können, dann ist das ein Irrtum. Die Idealvariante, Wohnen, Arbeiten, Bildung, Uni, Urlaub, Erholung, Kur, Kultur, Einkaufen, Beschaffung, Unterhaltung, Ärzte, alles in einem engen dörflichen fußläufigen Umfeld, das ist Illusion.
Das ehemalige bürgerlich, industriell und bäuerlich geprägte Stadlau hatte diese Prägung, auch wegen vieler unterschiedlicher Handwerksbetriebe.
Wer nun die ehemaligen agarischen Flächen zwischen Erzherzog Karl Straße und Langobardenstraße als das "Stadtquartier Eibengasse" für 2600 Wohnungen bzw. 6000 Bewohnerinnen verdichten möchte, startet damit einen Angriff, was in Stadlau und Siedlungen an Authentischem überhaupt noch übrig geblieben ist. Ein "grüner und lebendiger Stadtteil" im besten Sinn wird es sicher nicht werden. Die bauliche Verdichtung bewirkt die Vernichtung des individuellen Flairs traditioneller Siedlungsgebiete. Allein an der Abhandlung der Parkraumbewirtschaftung lässt sich ja die Inkompetenz der Durchführung ableiten.
Vom geplanten Quartier aus wird sich der Autoverkehr über den Kapellenweg in die Lobau nahen Siedlungen ausdehnen. Frühverkehr, Abendverkehr. Die 30 km/h Beschränkungen werden nicht eingehalten, nicht kontrolliert, und je dichter Besiedelung und Verbauung erfolgt, um so mehr fühlen sich Raser legitimiert.
Nun, im Spätherbst haben mein Mann und ich an einer Diskussion der Wirtschaftskammer im Gasthaus Selitsch teilgenommen. Die Teilnehmer konnten auch Fragen an den anwesenden BVST Nevrivy stellen. U. a. hat sich ein Unternehmer beschwert, wie die Neugestaltung der Wagramerstraße abläuft. Sein Kundenstock wäre mittlerweile weggebrochen.Ob es ev.
Finanzhilfen gibt? Die sinngemäße Antwort des BVST: "Schulterzucken".
Und dann ein Bürger, Kleinunternehmer, der die Frage stellte, warum man bei Bauvorhaben nicht mehr auf die streng geschützten Feldhamster Rücksicht nehmen kann? Worauf der BVST fast zu brüllen begann mit der
Behauptung: "Euch Tierschützern bedeuten die Tiere ja mehr als die Menschen."
Ich durfte als Letzte noch etwas sagen: "Haben Sie schon einmal, Herr BVST, überlegt, was sich Menschen und Bürger von Ihnen denken, wenn sie so mit ihnen sprechen?"
Und darauf der BVST.: "Sie san auf jeden Fall ka [keine] Bürgerin". Da hat "der gute Mann"sein wahres Gesicht, seine präpotente Stillosigkeit gezeigt, und ich bekam Applaus.
Warum getrauen sich eigentlich so wenig Menschen, sich zur Wehr zu setzen? Aus Angst, dass man ihnen dann von Behörden und Beamten droht?
Druck macht? Wie auch Bauträger?
Was ja tatsächlich auch passiert. Meine Familie hat dies ja oft genug erlebt.
Genau, wie dieses Schreiben, das ja durchaus Mächtige erzürnen könnte.
Vielleicht habe ich in meiner Kindheit zu viel Karl May gelesen. Auf der Suche, Gute und Böse auseinander zu halten. Übrigens, den zit.
Flächenwidmungs- und Bebauungsplan könnt ihr haben!
Übrigens, die Raffinarie Straße soll doch demnächst zwischen Biberhaufenweg und Tangentenanbindung saniert werden. Na, wie wird sich dann der Stau beim Biberhaufenweg verteilen? Auflösen?
Für Eure aufschlussreichen Informationen nochmals herzlichen Dank.
Ich muss gestehen, dass ich sämtliches Vertrauen in die aktuellen Cheerleaders der politischen Bauchtanztruppen verloren habe. Zu komplex sind die einzelnen Problemlagen, die maximale Kompetenz, Offenheit und Ehrlichkeit beim politischen Personal erfordern. Das scheint allerdings nicht so zu sein. Nicht einmal in Wien!
Dieser aktuelle Gedankenaustausch möge zumindest etwas die Stimmung zum Positiven bewegen!
Mit besten Grüßen
Ingrid Winter-Schafferhans
Sehr geehrtes "Team Kaktus",
...Ja, die Jahre wie auch natürlich die Jahrzehnte sind in dieser ehemaligen Gärtnerregion verflossen wie im Wind. Einige alte Häuser haben es geschafft, den Altbestand ihrer Ahnen zu erhalten, zu verteidigen. Wiewohl die Stadt Wien mit allen Mitteln versucht hat, die Alteingesessen los zu werden, deren Einfamilienhäuser zu schleifen, um Betonkomplexe zu errichten. Dort, wo es gelungen ist, haben die neuen Bewohner erkannt, dass der historische waldähnliche Baumbestand entlang der Mühlgrundgasse den Alteingesessenen zu danken ist.
Als Urstadlauerin brauche ich Euch ja nicht erklären, was die Stadtplanung eigentlich am ehemalig blühenden Marchfelddorf Stadlau zerstört hat.
Da ich am UVP Verfahren für die U2 teilgenommen habe, musste ich zunehmend mit Schaudern erkennen und wahrnehmen, dass es dabei gar nicht um die Umwelt der Region geht, sondern mit extrem verdicheter Verbauung die U Bahn "schmackhaft" zu machen.
Dass im Umfeld des Stadlauer Friedhofs vor Jahren auf Betreiben vom leider früh verstorbenen Bezirksvorsteher Franz Karl Effenberg ein sogenannter Bürgerwald angepflanzt wurde, hat natürlich Bauträger angezogen, auch die Immohaie der ÖBB. Der es gelungen ist, damalige Grüne zu bewegen, Grünflächen des Landschaftsschutzgebietes Lobau in Bauklasse III und IV umzuwidmen.
Jenen (noch) unverbauten Flächen und waldigen Flächen, (Hans-Mayr-Platz) wo einst der Fußballplatz Stadlau war, Ecke Kaisermühlenstraße, Wiedgasse, Mühlgrundgasse, Konstanziagasse, hat man vor Jahren bereits einen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan verpasst, der ein abgeschattetes verdichtetes Inferno für die Hochbauten (!) entlang der U-Bahn Trasse bedeuten wird. Und die ÖBB wird ein weiteres Beispiel liefern, dass ihr Immogewinne lieber sind statt Umwelt.
Eigentlich müsste sich das Bundesministerium für Klimaschutz und Umweltschutz diesem geplanten Umweltmonster annehmen.
Die Groteske dieses UVP Verfahrens besteht ja darin, dass die U-Bahn Trasse in der technischen Konzeption bestanden hat, aber die ÖBB mit einer extrem baulichen Verdichtung Immogewinne erzielt, bei gleichzeitiger Vernichtung der restlichen Lebensqualität der Anrnainer.
Bauklassen IV sind ja kein Schanigarten.
Abgesehen davon, dass jetzt schon das Verkehrsaufkommen PKW sowohl durch den örtlichen Zuzug neuer Bewohner zunimmt, als auch die hiesigen Hauptstraßen Richtung Südosttangente den Pendler- und Schleichwegverkehr aus Richtung Gänsernsdorf, Aspern zu spüren bekommen. Die täglichen Staus sind mittlerweile überall.
Der Kommentar von Frau Dr. Margarete Lazar ist treffend und vorausschauend. Die Crux ist ja, dass planerische Dilletanten sich mit Schnapsideen in Szene setzen dürfen. Auch der Lobautunnel. Der sollte ja einst, auf Wunsch der Grünen, nur deshalb einer werden, wegen dem oberirdischen Baumbestand. Ohne zu bedenken, was der Aushub und die Bearbeitung der Schotterkörper bedeutet.
Man wird ja wohl mittlerweile erkannt haben, dass weltweit oberirdischen Traversalen, Brückentragwerken, auch übers Meer, der Vorzug gegeben wird. In tiefen Löchern herum zu buddeln, provoziert ja gerade das Gefahrenpotential durch Batterien und elektrobetriebene Fahrzeuge.
Zurückgerechnet und bei Vergleichsanstellung hätte man schon lange zu dem Schluss kommen müssen, dass die Tunnellösung aus mehrerer Sicht die schlechteste Variante ist. Warum viele Poliltker auf der Tunnellösung beharren, lässt die Vermutung aufkommen, dass es vielleicht Verstrickungen und Abmachungen mit der Bauwirtschaft gibt. Natürlich wird schon Geld und Aufwand in die Planungen geflossen sein. Aber die Kosten für eine Tunnelausführung und dessen Betrieb werden jene einer Brückenausführung weit übersteigen.
Wenn nun allerdings vermutet wird, dass mit einem extrem ausgebauten ÖFFI-Verkehr spezielle Bedürfnisse der Mobilität abgedeckt werden können, dann ist das ein Irrtum. Die Idealvariante, Wohnen, Arbeiten, Bildung, Uni, Urlaub, Erholung, Kur, Kultur, Einkaufen, Beschaffung, Unterhaltung, Ärzte, alles in einem engen dörflichen fußläufigen Umfeld, das ist Illusion.
Das ehemalige bürgerlich, industriell und bäuerlich geprägte Stadlau hatte diese Prägung, auch wegen vieler unterschiedlicher Handwerksbetriebe.
Wer nun die ehemaligen agarischen Flächen zwischen Erzherzog Karl Straße und Langobardenstraße als das "Stadtquartier Eibengasse" für 2600 Wohnungen bzw. 6000 Bewohnerinnen verdichten möchte, startet damit einen Angriff, was in Stadlau und Siedlungen an Authentischem überhaupt noch übrig geblieben ist. Ein "grüner und lebendiger Stadtteil" im besten Sinn wird es sicher nicht werden. Die bauliche Verdichtung bewirkt die Vernichtung des individuellen Flairs traditioneller Siedlungsgebiete. Allein an der Abhandlung der Parkraumbewirtschaftung lässt sich ja die Inkompetenz der Durchführung ableiten.
Vom geplanten Quartier aus wird sich der Autoverkehr über den Kapellenweg in die Lobau nahen Siedlungen ausdehnen. Frühverkehr, Abendverkehr. Die 30 km/h Beschränkungen werden nicht eingehalten, nicht kontrolliert, und je dichter Besiedelung und Verbauung erfolgt, um so mehr fühlen sich Raser legitimiert.
Nun, im Spätherbst haben mein Mann und ich an einer Diskussion der Wirtschaftskammer im Gasthaus Selitsch teilgenommen. Die Teilnehmer konnten auch Fragen an den anwesenden BVST Nevrivy stellen. U. a. hat sich ein Unternehmer beschwert, wie die Neugestaltung der Wagramerstraße abläuft. Sein Kundenstock wäre mittlerweile weggebrochen.Ob es ev.
Finanzhilfen gibt? Die sinngemäße Antwort des BVST: "Schulterzucken".
Und dann ein Bürger, Kleinunternehmer, der die Frage stellte, warum man bei Bauvorhaben nicht mehr auf die streng geschützten Feldhamster Rücksicht nehmen kann? Worauf der BVST fast zu brüllen begann mit der
Behauptung: "Euch Tierschützern bedeuten die Tiere ja mehr als die Menschen."
Ich durfte als Letzte noch etwas sagen: "Haben Sie schon einmal, Herr BVST, überlegt, was sich Menschen und Bürger von Ihnen denken, wenn sie so mit ihnen sprechen?"
Und darauf der BVST.: "Sie san auf jeden Fall ka [keine] Bürgerin". Da hat "der gute Mann"sein wahres Gesicht, seine präpotente Stillosigkeit gezeigt, und ich bekam Applaus.
Warum getrauen sich eigentlich so wenig Menschen, sich zur Wehr zu setzen? Aus Angst, dass man ihnen dann von Behörden und Beamten droht?
Druck macht? Wie auch Bauträger?
Was ja tatsächlich auch passiert. Meine Familie hat dies ja oft genug erlebt.
Genau, wie dieses Schreiben, das ja durchaus Mächtige erzürnen könnte.
Vielleicht habe ich in meiner Kindheit zu viel Karl May gelesen. Auf der Suche, Gute und Böse auseinander zu halten. Übrigens, den zit.
Flächenwidmungs- und Bebauungsplan könnt ihr haben!
Übrigens, die Raffinarie Straße soll doch demnächst zwischen Biberhaufenweg und Tangentenanbindung saniert werden. Na, wie wird sich dann der Stau beim Biberhaufenweg verteilen? Auflösen?
Für Eure aufschlussreichen Informationen nochmals herzlichen Dank.
Ich muss gestehen, dass ich sämtliches Vertrauen in die aktuellen Cheerleaders der politischen Bauchtanztruppen verloren habe. Zu komplex sind die einzelnen Problemlagen, die maximale Kompetenz, Offenheit und Ehrlichkeit beim politischen Personal erfordern. Das scheint allerdings nicht so zu sein. Nicht einmal in Wien!
Dieser aktuelle Gedankenaustausch möge zumindest etwas die Stimmung zum Positiven bewegen!
Mit besten Grüßen
Ingrid Winter-Schafferhans



