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    Dienstag, 19. März 2019 @ 09:40

    Baustart für die Danube-Flats

    Eine Zusammenfassung von Judith Wieser

    Der Streit um den Bau des höchsten Wohnturms Österreichs (167m) und des dritthöchsten Europas wurde gerichtlich beendet. Die Baugenehmigung wurde durch das Verwaltungsgericht Wien trotz zahlreicher Anrainerbeschwerden im Dezember 2018 bestätigt.

    Auf dem Standort des ehemaligen Cineplexx-Kinos an der Reichsbrücke wird ab April 2019 ein 49-stöckige Turm mit einem dazugehörigen neunstöckigen Gebäude errichtet. Verkauf und Vermietung der Objekte beginnen noch diesen Sommer – die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2023 geplant.

    Angefangen bei der schiefen Optik der 2015 im Gemeinderat beschlossenen Umwidmung von ursprünglich zugelassenen 26m Bauhöhe, im Interesse dieses 253 Millionen Euro-Projekts der Bauträger S+B-Gruppe und Soravia Group, und der noch „schieferen“ angesichts der Unterstützung durch den grünen Gemeinderat Christoph Chorherr, der bereits für Verwicklungen mit dem Immobilienmogul Michael Tojner beim ebenso umstrittenen Heumarkt-Projekt scharf kritisiert wurde, stehen wir wortwörtlich bald wieder vor einem Monument Wiener Investorenpolitik.

    Christoph Luchsinger vom Institut für Städtebau an der TU Wien spricht von einer reinen „Vorstellung“, dass derartige Konzepte „Geldmaschinen“ für Investoren wären. Schließlich wurden den Bauträgern auch einige Zugeständnisse abverlangt. So muss jetzt etwa für Schall- und Windschutzeinrichtungen gesorgt werden – der Hauptbeschwerdepunkt der kritischen Bürgerinitiativen, der erstaunlicherweise keine Verpflichtung zu sein scheint.

    Spekulationsobjekt statt sozialer Wohnbau

    Die finanzielle Unterstützung der Schulerweiterung in der Schüttaustraße, sowie die Errichtung eines Kindergartens sind natürlich positiv zu werten, werden aber, wie der verpflichtende Anteil an Sozialwohnungen den Gewinn nicht schmerzlich schmälern.

    Die Apartmentgrößen sind von 30 bis 230m2 ausgewiesen – doch ein paar Smartwohnungen zu 30m2 fallen neben den großen Luxus-Apartments als Eigentums- und Vorsorgewohnungen – sprich Spekulationsobjekte – eher nicht ins Gewicht. Was unter der vertraglich festgelegten Verbesserung eines Ufer-Teilabschnitts der Neuen Donau zu verstehen ist und ob diese ähnlich „sparsam“ gestaltet wird, wie dazumal die „Grünbrücke zur Donau hin“ (der rohe Betonsteg über den Handelskai vom Millennium Tower), hinterlässt ebenso Zweifel.

    Allzu „eng und teuer“ wird das von Luchsinger beschriebene „Korsett“ der politischen Auflagen also nicht.

    Ein nennenswerter Schritt zur postulierten „Regulierung des privaten Wohnungsmarktes“; werden die Danube Flats definitiv nicht, aber ganz sicher ein Prestigeobjekt für künftige Mercer-Studien zur lebenswertesten Stadt für Manager – mit Bar inklusive Outdoor-Pool, Gastronomiebetrieben, Fitnessbereich, privaten Kinosälen sowie Concierge-Service…

    Auch die Expertenansicht, dass Flächenentwicklung unter 35 Metern insgesamt wesentlich effizienter für die Bereitstellung von Wohnraum ist, stört dabei weder den rot-grünen Wiener Gemeinderat, noch die Donaustädter Bezirksvertretung. Und die „Offensive“ der SPÖ, deutlich mehr leistbaren Wohnraum für die BürgerInnen zu schaffen, ist wieder um eine Gelegenheit ärmer.

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