Wieviele Jahrezehnte heißt mittelfristig?

Mittwoch, 2. April 2025 @ 09:08

Stadt Wien und ÖBB in vielem seit Langem säumig

Im November 1984 hat die Stadt Wien ein Buskonzept für die Donaustadt vorgestellt. Dieses ist auch weitgehend verwirklicht worden, was allerdings nichts daran ändert, dass Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch unseren Bezirk nach wie vor oftmals eine mühsame und langwierige Angelegenheit sind. Doch davon soll hier nicht die Rede sein.

Vielmehr wollen wir uns der Frage widmen, was für die Stadtverwaltung eine „mittelfristige Perspektive“ ist.

In oben erwähnter Broschüre wurde z.B. die Verlängerung der Straßenbahnlinie 25 bis Essling angekündigt. Dort sollte auch eine Buslinie in die bzw. aus der Seestadt angebunden werden. Bis heute, über vierzig Jahre später, ist das nicht erfolgt, und es sieht auch nicht danach aus, dass der 25er in absehbarer Zeit weiter als bis Aspern fahren wird. Wenn „mittelfristig“ 45 Jahre sein sollen, müssen wir wohl schon froh sein. Vielleicht sind darunter auch fünfzig oder mehr Jahre zu verstehen.

S80 noch immer nicht optimal

Ähnlich verhält es sich mit dem versprochenen 15-Minuten-Takt auf der S 80. Auch wenn der neueste Fahrplan deutliche Verbesserungen mit sich gebracht hat, von einem solchen Takt sind wir noch immer entfernt. Bei manchen Stationen muss mitunter eine halbe Stunde auf den nächsten Zug gewartet werden! Und derzeit gibt es auch noch Einschränkungen wegen Sanierungs- und Erhaltungsarbeiten.

Gelegentlich ist „mittelfristig“ auch mit nie gleichzusetzen bzw. handelt es sich um leere Versprechungen. Bezüglich der S 80 ist nämlich 1984 versprochen worden, statt der entfallenden Haltestelle Lobau eine neue Station bei der Mühlwasserstraße zu errichten. Nun scheint dieses Versprechen mit der Haltestelle Stadlau gehalten worden zu sein. Dass die alte Station Stadlau beim alten Bahnhof ersatzlos gestrichen werden würde, ist allerdings schamlos verschwiegen worden. Die Welt will getäuscht werden!

Übrigens ist vor kurzem die Stadlauer Brücke saniert worden. Diesbezüglich ist nicht einmal versprochen worden, dass im Zuge dessen das getan würde, was vor allem für die Ausflügler in die Lobau praktisch gewesen wäre und die KPÖ-Donaustadt anlässlich der Auflassung der S-Bahnhaltestelle Lobau gefordert hat: Ein Fußgängersteg über die Donau zum Praterkai. Aber was soll man auch von Verkehrsplanern erwarten, die die Station Lobau aufgelassen haben, obwohl in deren Umgebung immer mehr Menschen wohnen?


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