kaktus - kritisch anders konsequent tolerant unbequem sozial
  • Erweiterte Suche
  • Impressum & Kontakt
  • Links
  • Kalender
  • Home
  • KAKTUS - Online / KPÖ-Donaustadt    

    Willkommen bei Kaktus
    Mittwoch, 21. April 2021 @ 21:50

    Keine große Zukunft für das Öffi-System in der Donaustadt?

    Ein Kommentar von Bernhard Gaishofer (KPÖ Donaustadt) zu einem Irrtum der Wiener Linien bzgl. der geschlossenen S80 Stationen Lobau und Hausfelstraße

    Anfang des Jahres war die Freude bei zahlreichen Donaustädter*innen und lokalen Initiativen groß als die Wiener Linien unter dem Motto „Blick in die Zukunft“ einen neuen Netzplan für die U-Bahn veröffentlichten. Zu sehen waren darauf nämlich auch die Schnellbahnlinien und hierbei war interessant, dass bei der Linie S80 die 2014 geschlossene Station Lobau und die 2018 geschlossene Station Hausfeldstraße verzeichnet war.

    Initiativen wie „Rettet die Lobau – Natur statt Beton“ oder die „Bürgerinitiative S80 Lobau“, welche sich jahrelang für die Wiedereröffnung der Stationen stark gemacht hatten, ebenso wie zahlreiche Bürger*innen dachten, dass die vielen Argumente bei der ÖBB endlich Früchte getragen haben und es zu einer lokalen Neubelebung der Strecke kommt.

    Die Freude währte jedoch nur kurz, denn bald stellte sich heraus, dass die Wiener Linien irrtümlich eine veraltete Karte für ihre Grafik genutzt hatten, es sich bei der Veröffentlichung um ein Versehen handle und man natürlich „keine Gerüchte in die Welt“ setzten wollte. Auch Seitens der ÖBB wird laut Bezirkszeitung eine Wiedereröffnung der Stationen dezidiert ausgeschlossen.

    Hierbei stellt sich mir jedoch die Frage: Warum eigentlich?

    Haltung der etablierten Politik und der ÖBB nicht nachvollziehbar

    Egal wie man es dreht und wendet – es ist wirklich nicht nachvollziehbar weshalb sich die ÖBB und die Wiener Landesregierung dermaßen gegen eine Wiedereröffnung der S80 - Stationen Lobau und Hausfeldstraße sträuben. Das einzige in diesem Zusammenhang hervorgebrachte Argument, welches ja auch zur Begründung der Schließungen genutzt wurde, war, dass die Frequenz und Auslastung zu gering sei. Dies wird eigentlich schon mit einem Blick auf die zukünftige Stadtentwicklung entkräftet: Allein im Stadtentwicklungsgebiet „Oberes Hausfeld“ sollen in den kommenden Jahren rund 3.700 neue Wohnungen entstehen. Ebenso soll die Lobau als lokales Naherholungsgebiet für die Menschen in Wien attraktiver gemacht werden. Wenn also weder neue Wohngebiete, noch die besserer Erreichbarkeit von Erholungsgebieten ein Argument sind – was dann? Zumal es nun grundsätzlich zu einer Verbesserung der Intervalle der S80 kam, was wiederum zu einer erhöhten Auslastung der Linie führt.

    Auch ein Blick in das Koalitionsabkommen der neuen Wiener Stadtregierung solle eigentlich vermuten lassen, dass SPÖ und Neos ein Interesse daran hätte, dass es zu einer Wiedereröffnung der stillgelegten S80 Stationen kommt. Schließlich wird darin auf die wichtige Bedeutung des öffentlichen Verkehrs hingewiesen und das Ziel ausgegeben, dass zukünftig rund 80% der Wege im Umweltverbund (Öffis, Rad oder zu Fuß) zurückgelegt werden sollen. Um dies zu verwirklichen, sollen, in Zusammenarbeit mit den Wiener Linien und der ÖBB, die öffentlichen Verkehrsmittel (gerade in den transdanubischen Flächenbezirken) ausgebaut und attraktiver gemacht werden.

    Weshalb man sich, trotz einer solchen Zielsetzung, dermaßen dagegen verwehrt die besagten S80-Stationen, welche einerseits verhältnismäßig einfach zu reaktivieren wären und andererseits zahlreichen Menschen aus der Donaustadt eine rasche und umweltfreundliche Fortbewegung ermöglichen würden, wiederzueröffnen ist und bleibt ein Rätsel.

    Für die KPÖ Donaustadt ist in diesem Zusammenhang klar, dass ein für alle Menschen lebenswertes und ökologisches Wien nur dann verwirklicht werden kann, wenn es zu einer Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs kommt. Das kann unserer Meinung nach aber nur durch ein gut ausgebautes, ansprechendes und vor allem praktisches Öffi – System realisiert werden.

    Wir würden daher noch einmal eindringlich an die Verantwortlichen der Wiener Politik und der ÖBB appellieren, sofern ihnen ein ökologisch, soziales und fortschrittliches, öffentliches Verkehrsnetz wirklich ein Anliegen ist (wie das ja gerne behauptet wird), ihre Haltung in der Frage der Wiedereröffnung der besagten Stationen zu überdenken!

    Denn sowohl die Menschen, die Umwelt und die gesamte Stadt würden bei einer wirklichen Verbesserung des öffentlichen Verkehrssystems (bei dem die Wiedereröffnung der geschlossenen S80 – Stationen Lobau und Hausfeldstraße ein zugleich kleiner und großer Schritt wäre) nur gewinnen!

    Mehr Informationen zum Thema finden sich der Homepage der überparteilichen Initiative „Rettet die Lobau – Natur statt Beton“ oder dem Facebook – Auftritt der „Bürgerinitiative S80 Lobau“ .