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    Samstag, 20. Juli 2019 @ 07:45

    Greta Thunberg or The Kids are Taking off their Gloves

    von Margarete Lazar

    Der amerikanisch/südafrikanische Comedian Trevor Noah bezog sich vor kurzem mit dieser Aussage auf die aufmüpfigen Teens aus den amerikanischen High Schools, die gegen den unkontrollierten Waffenbesitz rebellieren, der jedes Jahr Dutzenden Jugendlichen das Leben kostet. Noah erinnerte auch daran, dass Kinder und Jugendliche schon oft die Initiative ergriffen haben, wenn sie das Gefühl hatten, dass die Erwachsenen zu wenig in schwerwiegenden Problemfeldern tun.

    Greta Thunberg und ihre Bewegung, gegen die immer häufiger sichtbar werdenden Folgen des Klimawandels aktiv zu werden, ist also nichts Einmaliges, aber dennoch sehr wichtig. Die junge Schwedin hat erkannt, dass Kinder und Jugendliche selber etwas unternehmen müssen, um die Erwachsenen auf die heraufziehenden Gefahren von extremen Wetterereignissen und Verlust von Diversität im Pflanzen- und Tierreich nachhaltig aufmerksam zu machen. Was würde sich hier besser eignen, als einen Tag der Woche nicht in die Schule zu gehen!

    Das hat die verschiedensten Reaktionen hervorgerufen.

    Da sind einmal die Erwachsenen, die glauben, es wäre besser, die Kinder würden in der Schule bleiben, um dort die Blütenblätter der Gänseblümchen zu zählen oder ähnliches. Wenn aber die Pflanzen- und Tierarten ohnehin rasant abnehmen, wozu dann lernen, wie eine Blüte aufgebaut ist, fragen die Kinder zu Recht.

    Andere Erwachsene, die sich für progressiv halten, applaudieren und stellen sich allenthalben sogar zu den protestierenden Kindern und danken ihnen dafür, dass sie etwas tun, was eigentlich die Aufgabe der Erwachsenen wäre. Parentifizierung nennt man diesen schleichenden Verschiebungsprozess in der Fachsprache, wenn Kinder die Verantwortung für die Eltern übernehmen und sich damit eines Teils ihrer Kindheit und Jugend berauben.

    Ja, und was machen die PolitikerInnen da so?

    „Die jungen Leute machen uns Dampf. Ich finde das richtig.“ Die deutsche Kanzlerin gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie von „Fridays for Future“ spricht. Die Forderungen und eindringlichen Aufrufe der Jugendlichen ignoriert sie aber weiterhin konsequent. Dianne Feinstein, mit 85 Jahren die älteste demokratische Senatorin der USA, geriet nicht ins Schwärmen, als sie von Jugendlichen und Kindern konfrontiert wurde und behandelte sie von ganz oben herab. Der „Green New Deal“ in Amerika könne nicht umgesetzt werden, weil er zu teuer sei. Und das in dem Land, das pro Kopf am meisten Energie und Rohstoffe verbraucht!

    Zum Abschluss wollen wir noch auf Österreich blicken. Hier tut man geradezu so, als gäbe es gar kein Problem. Greta Thunberg tritt zwar zusammen mit Arnold Schwarzenegger in Wien auf, das bringt hübsche Bilder, aber das war es dann auch schon. Am 18.5.2019 war in der Seestadt Aspern ein Treffen von AktivistInnen gegen den Autobahnausbau östlich von Wien und in der Donaustadt. PolitikerInnen wurden von mir nicht gesichtet, aber vielleicht hatten sie sich auch versteckt.

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