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    Montag, 16. September 2019 @ 19:10

    Gemeinsames Februargedenken in Transdanubien

    Wie jedes Jahr fanden auch heuer wieder in ganz Wien zahlreiche Gedenkveranstaltungen zu den Februarkämpfen des Jahres 1934 statt. Zwei Veranstaltungen in Transdanubien an welchen sich auch die KPÖ Donaustadt organisatorisch beteiligt, sollen nun kurz vorgestellt und nachbesprochen werden.

    Sowohl in Floridsdorf…

    Am Samstag, dem 10. Februar fand eine von der „Überparteilichen Gedenkplattform Transdanubien“ organisierte Gedenkwanderung zu den Kampfschauplätzen in Floridsdorf, gemeinsam mit dem Historiker Kurt Bauer, statt. Im Anschluss daran fand noch eine durchaus kontroverse Diskussion statt, in welcher die Bedeutung des Februaraufstandes und seine Lehren für heute diskutiert wurden.

    Zu Beginn zeigte Historiker Kurt Bauer den damaligen Bahnhof in Floridsdorf, welcher aufgrund seiner Lage bei den Auseinandersetzungen in Februartagen eine wichtige strategische Bedeutung hatte.

    Besucht wurde auch ein Gedenkstein, welcher in Erinnerung an Georg Weissel errichtet wurde. Er war Feuerwehrsoffizier und Kommandant des Republikanischen Schutzbundes. Als die Auseinandersetzungen im Februar 1934 begannen wollten auch die Feuerwehrleute in Floridsdorf aktiv werden. Das Feuerwehrgebäude wurde jedoch gestürmt und Weissel verhaftet. Er wurde am 15. Februar 1934 wegen „Dienstverweigerung und Auflehnung“ hingerichtet.

    Der Abschluss des Rundganges fand beim Schlingerhof statt. Auch dieser Gemeindebau hatte bei den Kämpfen eine große Bedeutung. So zeugten unter anderem die Einschusslöcher auf der Fassade von dem Artillerieeinsatz bei der Erstürmung des Gebäudes. Zu 13 Todesopfern kam es jedoch erst nach der Einnahme des Gebäudes als nämlich die verhafteten Schutzbündler in die nahe gelegene Polizeistation gebracht wurden, wurde von mehreren Seiten der Straße aus das Feuer eröffnet.

    Für sein Buch „Der Februaraufstand 1934“ hat Kurt Bauer sehr genaue Recherchen zu den Todesopfern der Kämpfe betrieben. Eine seiner Quellen waren unter andrem auch die Aufzeichnungen des damaligen Floridsdorfer Polizeichefs Heinrich Petri. Laut seinen Untersuchungen waren die meisten Opfer der Februarkämpfe unbeteiligte Passanten gewesen.

    ... als auch in der Donaustadt

    Eine Woche darauf, am Samstag dem 16. Februar fand eine weitere Veranstaltung zum Gedenken an die Februarkämpfe 1934 beim Goethehof statt. Organisiert wurde sie von den FreiheitskämpferInnen Donaustadt, der Sozialistische Jugend 22, der KPÖ, den Grünen Donaustadt und von „Rassimusfreies Transdanubien“.

    Zu Beginn wurde gemeinsam den Opfern der Kämpfe bei der Gedenktafel am Haupteingang des Goethehofs gedacht. Es folgten kurze Redebeiträge der beteiligten Organisationen. Die KPÖ Donaustadt wurde von Judith Wieser vertreten, welche in ihren Ausführungen auf die Lehren der damaligen Auseinandersetzungen für heute einging.

    Im Anschluss wanderten die TeilnehmerInnen in das nahe gelegene "Werkl im Goethehof“, wo Gernot Trausmuth einen Vortrag über die Februarkämpfe allgemein und konkret über die in der Donaustadt hielt. In diesem Zusammenhang sei auch kurz erwähnt das Gernot Trausmuth ein neues Buch herausgegeben hat: „»Ich fürchte niemanden«: Adelheid Popp und der Kampf für das Frauenwahlrecht“, welches gerade jetzt von großer Bedeutung ist, da es nun in Österreich seit 1919 das Frauenwahlrecht gibt.

    Danach gab es einen entspannten Ausklang der Veranstaltung mit dem gemeinsamen Singen von ArbeiterInnenliedern und Gitarrenbegleitung. Rund 80 AntifaschistInnen waren anwesend und setzten ein starkes Zeichen gegen Faschismus und Demokratieabbau! Auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Organisationen und TeilnehmerInnen, welche diese beiden Veranstaltungen ermöglicht haben!