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    Willkommen bei Kaktus
    Friday, 17. November 2017 @ 18:36

    Baulöwen und Immobilienhaie in der Donaustadt unterwegs

    von Margarete Lazar – parteiunabhängige Kaktusmitarbeiterin
    (Sie kandidiert im Wahlkreis Wien Nord auf Listenplatz 7)

    Mantraartig erzählt man uns seit Jahren, dass Wien wächst und wächst und daher immer mehr gebaut werden muss, um diese vielen Menschen unterzubringen. Unsere Donaustadt mit ihren „Freiflächen“, eigentlich lange Zeit landwirtschaftlich genutzt, ist besonders in den Fokus von Bauträgern und Investoren geraten – mit eigenartigen Auswüchsen.

    Traditionell gab es in der Donaustadt Reihenhaussiedlungen, Einfamilienhäuser und viele Gemeindebauten. Vor der letzten Gemeinderatswahl wurde von der Stadtregierung die Devise ausgegeben, dass Wien wieder Gemeindebauten – so wie in den glorreichen Zeiten des „Roten Wien“ – bauen würde, um die Wohnungsnot zu mindern und durch eine angemessene Zahl von verfügbaren Wohnungen auch die Mieten wieder in erträgliche Höhen zu drücken.

    Wenn man sich jedoch jetzt die Bautätigkeit im Bezirk anschaut, geht es vor allem um frei finanzierte, für den Durchschnittsbürger absolut unerschwingliche „Luxuswohnungen“, die vor allem von bekannten Bauträgern und Investoren – im Volksmund auch und das nicht ohne Grund „Baulöwen und Immobilienhaie“ genannt – „entwickelt“ und verkauft werden.

    Als gelernter Wiener beginnt man sich da zu fragen, für wen denn nun diese Wohnungen so absolut dringend gebraucht werden. Dazu fand sich ein interessanter Artikel von Franziska Zoidl im Standard mit dem Titel „Immer mehr Chinesen kaufen Wohnungen in Wien“. Dass es sich dabei nicht um hier ansässige Chinesen mit kleinen Gastwirtschaften handelt, liegt wohl auf der Hand. Vielmehr geht es um Geldanlage und letzten Endes auch um Aufenthaltsgenehmigungen im Schengenraum für wohlhabende Chinesen, die sich in Europa ein zweites oder auch drittes (?) Standbein schaffen wollen.

    Soziale Wohnbaupolitik schaut anders aus!

    Ein sehr rühriger Bauträger aus der Donaustadt hat für seine Projekte bereits eine Version in Mandarin und – Sie haben es erraten – in Russisch anlegen lassen. Es gibt dort bereits auch einen Mitarbeiter, der fließend Mandarin spricht. Der Euro rollt also, wie man auf der Homepage eines anderen sehr bekannten Wiener Bauträgers lesen kann.

    Ähnliche Entwicklungen gibt es längst in London, wo die Mieten und Immobilienpreise bereits astronomische Höhen erklommen haben. Ebenso in New York, wo die Schwester von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in China Immobilien der Kushnerfamilie verhökern wollte – gleich mit der Aussicht auf die sogenannte Green Card, die dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in den USA. Das war aber dann doch des Guten zu viel und sie musste ihre Tour abbrechen.

    All diese Entwicklungen sind auch deshalb so bedenklich und unerfreulich, weil es sich hier nicht um die Erfüllung von dringend notwendigen Wohnbedürfnissen handelt, sondern um die Anlage von Geld, viel Geld, von dem man nicht immer wissen möchte, woher es kommt.

    Gleichzeitig läuft zurzeit eine Petition „Bodenschutz statt Versiegelung“, denn gerade Österreich ist ein Weltmeister bei sinnloser Verbauung, Zersiedelung und Versiegelung. Wenn weiter so sorglos mit den landwirtschaftlichen Flächen umgegangen wird, und das gilt gerade auch für die Donaustadt, werden wir eher früher als später keine Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln mehr haben.

    Geld kann man bekanntlich nicht essen! Statt sich mit den Bauträgern zu verbrüdern, wie wir das in Wien so schön schon gesehen haben, sollte die Stadtregierung endlich gegen diese Entwicklungen steuern!

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