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    Willkommen bei Kaktus
    Saturday, 21. October 2017 @ 08:29

    Die Smart City und wie sie in der Donaustadt verwirklicht wird

    Teil II - von Margarete Lazar - Donaustädter ANDAS-Aktivistin

    Wie ich in einer der letzten Kaktus-Editionen (Kaktusbericht vom 27.9.2015) angekündigt habe, möchte ich mich heute noch einmal an diesem Thema abarbeiten, denn es zeigt gerade für die Donaustadt auf, wie mit vielem Getöse ein Branding entwickelt und ausgebaut werden kann, sodass es die BürgerInnen dann tatsächlich für das halten, was darauf steht, während in Wahrheit eine riesige Verpackung mit wenig Inhalt dahinter steht.

    Unsere Smart City also! Was wird unter diesem Slogan nicht alles aufgelistet. Ein Punkt ist „Intelligenter Umgang mit bestehendem Stadtraum“. Was soll das nun genau heißen und für wen soll das „intelligent“ sein? Für Investoren, die die letzten „Baulücken“ mit „Luxuswohnungen“ zupflastern wollen, so gerade intendiert bei den Danube Flats an der Reichsbrücke, „exklusive Appartements und Penthouse Appartements“ Schnäppchen für gehobene Berufsgruppen?

    Oder wäre es vielleicht intelligenter, endlich wieder in den wirklich sozialen Wohnbau zu investieren, der auch für weniger betuchte Leute erschwinglich ist? Intelligent wäre vielleicht auch, einmal den beträchtlichen Leerstand an Wohnungen zu überprüfen und durch entsprechende Abgaben die Besitzer zu animieren, die Wohnungen auf den Markt zu bringen.

    Intelligente Mobilitätslösungen

    Nun zum Punkt „Intelligente Mobilitätslösungen mit Augenmerk auf öffentlichen Verkehr, sowie Rad- und Fußverkehr“. Es war sicher intelligent, die U2 bis in die Donaustadt zu führen, noch intelligenter wäre es vielleicht, sie bis nach Groß-Enzersdorf zu bauen, um dort die BewohnerInnen des Speckgürtels dazu zu animieren, ihre Privatautos für den täglichen Einpendelverkehr stehen zu lassen und mit einem de-facto viel schnelleren öffentlichen Verkehrsmittel in die inneren Bezirke zu gelangen. Das würde manchen geplanten monströsen Straßenbau sofort überflüssig machen. Ja, Radwege gibt es in Wien, smart sind sie aber vielfach nicht, denn sie sind oft eigentlich nur ein schmaler Streifen an dicht befahrenen Straßen, der daneben noch Parkmöglichkeiten für Autos bietet. Da ist es schon häufig durch Unachtsamkeit von allen Seiten zu schweren bis tödlichen Unfällen gekommen. An diesen wenig intelligenten Planungen konnte leider auch die Berufung eines Fahrrad- Beauftragten bisher wenig bis nichts ändern.

    Lokales Wissen

    Abschließend möchte ich mich heute noch dem Punkt „Nutzung und Förderung von lokalem Wissen“ widmen, denn dieser scheint mir besonders nebulos. Es gibt in unserem Bezirk eine breite Palette von Bürgerinitiativen, die ziemlich genau wissen, was dem Bezirk fehlt und wie er (noch) lebenswerter gemacht werden könnte. Allein, dieses lokale Wissen wird von der Bezirksvertretung weder gewürdigt, noch genutzt und schon gar nicht gefördert – ganz im Gegenteil, es wird als Störfaktor gesehen und bekämpft.

    Papier ist geduldig>/b>

    Wie bereits früher gesagt, klingen die aufgelisteten Punkte für eine SMART CITY wunderbar. Leider wird bei vielen Punkten vergessen, sie mit Leben zu füllen bzw. die ansässige Bevölkerung tatsächlich einzubinden und nicht nur Alibi-Handlungen in dieser Richtung zu setzen. In Österreich hat die Maxime von Joseph II, „Alles für das Volk, aber nichts durch das Volk“, leider bis heute vielfach noch Gültigkeit. Es sind aber seit damals über 200 Jahre ins Land gezogen, und es wäre hoch an der Zeit, ein anderes politisches Selbstverständnis, sowohl von Seite der Regierenden, als auch von Seite des Wahlvolks zu entwickeln.