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    Willkommen bei Kaktus
    Friday, 21. July 2017 @ 04:36

    Unsere liebe Stadtstraße

    von Margarete Lazar

    Viel Zeit ist ins Land gegangen, seit sich die Bürgerinitiative „Hirschstetten retten“ mit dem Monsterbau Stadtstraße auseinandersetzt.

    Inzwischen wurde in Paris ein großer Klimagipfel veranstaltet, in dem festgehalten wurde, dass die Treibhausgase unbedingt verringert werden müssen. Die österreichische Hagelversicherung wird nicht müde aufzuzeigen, dass hierzulande viel zu viel Boden zubetoniert wird und auf lange Sicht die Versorgungssicherheit bei Nahrungsmitteln gefährdet sein könnte.

    Immer wieder wird berichtet, wie die Feinstaubbelastung unsere Gesundheit und insbesondere die der Kleinkinder belastet. Anlässlich der Schengen-Debatte wird auch klar, dass die großen Durchzugstraßen mit den Abertausenden an LKWs deshalb so wichtig sind, weil sie ein Ersatz für Lagerhäuser geworden sind und Zulieferer genau zu dem Zeitpunkt, an dem etwas gebraucht wird, zur Stelle sein müssen.

    Inzwischen weiß auch jedermann, dass die Stadt hoch verschuldet ist und zusätzlich viel Geld in die Flüchtlingsversorgung fließen müssen wird, wo es sicher besser angelegt ist als in weiteren Straßen.

    Bild: Sommer 2015: Margarete Lazar (im Bild rechts) - aktiv gegen die Stadtstraße

    Wie wirken sich diese Erkenntnisse aus?

    Der Herr Bezirksvorsteher ist noch immer ein glühender Verehrer des motorisierten Individualverkehrs, vor allem dann, wenn die Stadtstraße nicht bei seinen Fenstern vorbeizieht.

    Bei den Bezirksgrünen dürfte ein gewisses Umdenken eingesetzt haben und schau, schau, auch im rot-grünen Regierungsübereinkommen von 2015 wird auf den Seiten 96/97 festgehalten, dass für die „Stadtstraße eine Abwägung über eine ressourcenschonende, umweltgerechte Ausführung und Gestaltung, unter Heranziehung der derzeitigen und auch von neuen Planungsvarianten geführt werden wird.“

    Wir durften uns kurzfristig freuen, dass die Verkehrsstadträtin, die ja bei der letzten Veranstaltung im Haus der Begegnung in der Donaustadt dem Herrn Bezirksvorsteher noch die Mauer für die Stadtstraße gemacht hatte, doch ein Einsehen hat, dass dieses Projekt in der derzeitigen Form völlig inakzeptabel ist.

    Doch wurde nun im Oktober 2015 das komplette Projekt „Stadtstraße“ in der geplanten alten Form bereits vermessen und ausgepflockt, obwohl es keinen Genehmigungsbescheid hat. Das oben beschriebene Abwägen und Berücksichtigen neuer Planungsvarianten müsste da mit Lichtgeschwindigkeit vor sich gegangen sein!

    Als Dank und Anerkennung, dass er bei der letzten Wahl doch nicht so untergegangen ist wie von den Medien herbei geschrieben, versprach der Wiener Bürgermeister ebenfalls einen neuen Stil und auch in den Bezirken neue Ansprechpartner für Probleme und Beschwerden von BürgerInnen. Davon haben wir bisher nichts weiter gehört. Sollte sich auch dieses Versprechen in Rauch aufgelöst haben?

    Wie schade, denn wir würden uns gerne beschweren.