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    Willkommen bei Kaktus
    Thursday, 29. June 2017 @ 12:41

    Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen

    Ein Kaktusbericht über die Gedenkwanderung zum 70. Jahrestag der Befreiung Transdanubiens vom Nationalsozialismus

    Für den 12. April lud die überparteiliche Gedenkplattform Transdanubien zur Gedenkwanderung durch den 21. Und 22. Wiener Gemeindebezirk. Dazu versammelten sich rund 60 Personen um 8:30 Uhr bei der U1 Station Alte Donau.

    Die erste Station der Wanderung war der Gedenkstein für die Opfer der NS Militärjustiz im Donaupark welcher im Jahre 1984 enthüllt wurde. Hier befand sich ein Militärschießplatz. In den Jahren zwischen 1938 bis 1945 wurden hier auch Hinrichtungen durchgeführt.

    Weitere Stationen an diesem Sonntag vormittag waren die Hopfengasse in Floridsdorf, die Pragerstraße, wo heute der Verein Wiener Jugendzentren untergebracht ist und zum Abschluss eine Gedenktafel beim Floridsdorfer Bezirksmusseum

    Heidi Sequenz (Grüne Donaustadt) stellte die Gedenk-Plattform vor und erzählte, warum diese gegründet wurde. Seit 2012 gab es jedes Jahr gut besuchte Veranstaltungen der Plattform . Ein unmittelbarer Anlass für die Veranstaltung im Jahr 2012 war das erschütternde Abstimmungsverhalten der FPÖ-Donaustadt. Sie lehnte damals als einzige Partei - von der Bezirksvertretung erfreulicherweise beschlossene - Straßenbenennungen nach Opfern der NS-Gewaltherrschaft (wie Anne Frank) ab. Dies bewegte Personen aus verschiedenen Parteien und Parteiunabhängige zu einem aktiven Zeichen für einen würdigen Umgang mit Menschen, die vom Naziregime verfolgt wurden oder mutig Widerstand leisteten.

    Johann Höllisch (KPÖ Donaustadt) erinnerte an die Ermordung jener 129 Menschen, die an diesem Ort zwischen 1940 und 1945 durch Erschießen hingerichtet wurden, Besonders erschütternd war die als Abschreckung gedachte Erschießung der beiden Feuerwehrleute Johann Zak und Hermann Plackholm wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und „Feindbegünstigung“ im Oktober 1944. Ihr Verbrechen: Sammlung von Geldspenden zur Unterstützung von Angehörigen verfolgter, verhafteter und hingerichteter Kollegen Über 600 Wiener Feuerwehrleute wurden gezwungen, der Exekution beizuwohnen. Vor deren Augen wurden die an Pfählen festgebundenen beiden Feuerwehrmänner hingerichtet.

    Am Vorabend des Tages der Befreiung Wiens erinnerte er auch daran, dass mehr 18.000 Soldaten der Roten Armee bei den Kämpfen um Wien ihr Leben verloren haben, die wir in unserem Gedächtnis an die Opfer des Nationalsozialismus einschließen sollten.

    Zum Abschuss wünschte er sich , dass der in der Donaustadt eingeschlagene Weg, neue Verkehrsflächen nach Frauen und Männern zu benennen die aktiv im Widerstand gegen da Naziregime tätig waren ins besondere heuer im 70.Jahr der Befreiung seine Fortsetzung finden solle. Bis jetzt fehle noch eine diesbezügliche Initiative aus der Bezirksvorstehung. Ein Vorschlag, nämlich eine Donaustädter Verkehrsfläche nach der im Goethehof im Februar 1934 und danach im Widerstand gegen den Nazifaschismus aktiven Widerstandskämpferin Anni Haider zu benennen(der auch von den Donaustädter Grünen unterstützt wird) liegt seitens der KPÖ-Donaustadt seit dem Vorjahr am Tisch, meinte er abschließend.

    Eine Verkehrsfläche nach Anni Haider benennen!

    Anschließend reisten die Anwesenden per Fahrrad oder Taxi in die Hopfengasse 8 in Floridsdorf. An diesem Ort befand sich das Mauthausen Außenlager Julius/Jedlesee. Heute erinnern nur noch Mauerreste des ehemaligen Lagertors an dieses Zwangsarbeitslager. Der Archäologe Mag. Thomas Pototschnig (Forschungsteam iFAG) erläuterte, mittels seiner Forschungsergebnisse, die folgenden Stationen der Wanderung.

    Vorletzte Station der Wanderung war die Prager Straße 20. Vormals eine Malzproduktion der Firma Mautner-Markhof, ist hier heute der Verein Wiener Jugendzentren untergebracht. Am benachbarten Grundstück befinden sich die Überreste eines Bunkerbaus aus der Zeit des Nationalsozialismus. Pototschnig verlas hier Stellen aus einem Tagebuch, eines ehemaligen Internierten welcher den Krieg nicht überlebte, welche belegten dass der Bunker von den Zwangsarbeitern erbaut werden musste.

    v. l.n.R: Thomas Pototschnig, Ilse Fitzbauer (Bezirksvorsteherstellvertreterin aus Floridsdorf - SPÖ), Heinz Berger ( (Plattform bürgerProtest), Gerhard Jordan (Grüne Floridsdorf), Heidi Sequenz (Donaustädter Grüne), Johann Höllisch (KPÖ-Donaustadt), Franz Wagner (Rassismusfreies Transdanubien)

    Zum Abschluss sprachen Gerhard Jordan und Ilse Fitzbauer. Am Gedenkstein vor dem Bezirksmuseum Floridsdorf wurde ein Kranz niedergelegt. Viele TeilnehmerInnen besuchten im Anschluss die Ausstellung „Schauplatz Floridsdorf 1938-1945. Krieg, Leid, Zerstörung“ im Bezirksmuseum Floridsdorf.