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    Sunday, 19. November 2017 @ 20:31

    S 80: Station Lobau erneut von Schließung bedroht

    Für ÖBB ist Entscheidung trotz laufenden Mediationsverfahren offenbar bereits gefallen. Ein Kaktusbericht von Walther Leeb

    Wenngleich von einem Taktfahrplan keine Rede sein kann und der Umstand, daß die Station in jede Richtung bestenfalls zwei Mal pro Stunde eingehalten wird, nicht dafür sprechen, daß die Bewohner im Bereich der Bahnhaltestelle Lobau sonderlich gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden wären, so konnte man sich doch der Hoffnung hingeben, daß man sich bei den ÖBB langsam damit abgefunden hat, daß diese Haltestelle erhalten bleiben müßte.

    Dem ist offenbar nicht so. Während zwischen der Bürgerinitiative S 80 Lobau und den Verantwortlichen der Bundesbahnen ein Mediationsverfahren läuft, das über das künftige Schicksal der Station entscheiden soll, scheint die Sache für die ÖBB Infrastruktur AG bereits entschieden; u.zw. zum Nachteil der Fahrgäste. Im „Produktkatalog Netzzugang Stationen 2015“ findet sich die Haltestelle Lobau nicht mehr!

    Bild: Demonstration für den Erhalt der Station S80 - Lobau im Jahr 2010

    Die Begründung für diese den Betroffenen unverständliche Maßnahme ist nicht neu. Angeblich steigen zu wenige Personen in der Lobau ein und aus. Ganz abgesehen davon, daß die behaupteten Zahlen nicht mit denen, welche die Bürgerinitiative erhoben hat, übereinstimmen, darf es niemanden wundern, daß die Frequenz gering ist. Eine Verbindung, die unregelmäßig und selten ist, ist für den Fahrgast nicht attraktiv. Das gilt im übrigen auch für die Autobusse, die oft fast leer durch Teile unseres Bezirkes fahren.

    Ein weiteres Indiz dafür, daß die Entscheidung schon gefallen ist, ist die „Auskunft“, die ein Fahrgast erhalten hat, der beim Bürgerdienst einen defekten Beleuchtungskörper im Bereich der Haltestelle Lobau gemeldet hat. Ihm wurde sinngemäß die Frage gestellt, ob er glaube, daß sich eine Reparatur noch auszahle; im Dezember werde die Station ohnedies aufgelassen!

    Irgendwie ist es erstaunlich wie vorausschauend die ÖBB hier planen. Bei der Haltestelle Hausfeld-straße hat man wohl wesentlich kurzfristiger entschieden. Anders ist es nicht erklärbar, daß auf den Schildern in der U-Bahn eine S-Bahn-Anbindung bei dieser U2-Station vorgesehen gewesen und das Symbol dann überklebt worden ist. Die S 80 endet – offensichtlich entgegen einem zwischenzweitigen Plan – weiterhin in Hirschstetten; und wer von der Hausfeldstraße mit der Bahn Richtung Hauptbahnhof fahren will, muß entweder auf einen Regionalzug warten oder mit der U-Bahn nach Stadlau fahren und dort umsteigen! Eine bemerkenswerte Serviceleistung. Vor allem wenn man bedenkt, daß die S 80 bereits bis zur Hausfeldstraße gefahren ist und es mit dem mittlerweile beendeten Bau der dortigen S 80-Station begründet worden ist, daß die Schnellbahnen vorübergehend nur bis Hirschstetten fahren können.

    Weitere Links:

  • S 80: „Ausbaupläne“ der ÖBB (8.3.2010)
  • „Wir sind hier und rufen laut, damit man uns nicht unsere Schnellbahn klaut!“ (20.3.2010)
  • S 80-Station Lobau muß erhalten bleiben! (10.Mai 2010)
  • S 80-Station Lobau vor dem Aus (19.Juli 2010)
  • Steckt sich Schicker fremde Federn auf seinen Hut? (16.August 2010)
  • Haltestelle Lobau: Der Kampf um den Erhalt geht weiter (17.9.2010)
  • ÖBB in der Donaustadt: Weitere Verschlechterungen (20.12.2010)
  • S-80 Lobau: Erneute Verschlechterung (16.5.2012)