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    Wednesday, 29. March 2017 @ 03:19

    Gerasdorf: Gewerbegebiet statt Grünland

    VermischtesWährend Bezirksvorsteher Scheed und Umweltstadträtin Sima sich selbst und ihr neues, „Wienerwald“-Projekt feiern, geschieht am Bezirksrand Gegenteiliges. Dort soll nämlich ein großes Waldstück gerodet werden, um einem Gewerbebetrieb Platz zu machen!

    Die BewohnerInnen der Siedlung am Schmatelkateich bei Gerasdorf kämpfen gegen die Zerstörung ihres beliebten Naherholungsgebietes. Konkret geht es um eine Fläche von 19000m² im Besitz des Deponie-Betreibers Langes Feld gewidmet als Betriebsgebiet und früher verwendet zur Lagerung von Altstoffen.

    Nach Stilllegung eroberte sich die Natur das Areal zurück. Heute gibt es dort jede Menge Bäume, Sträucher und Blumenwiesen. „Der Wald ist wie ein Schutzgürtel für unsere Siedlung“, sagt ein Sprecher der AnrainerInnen.

    Die dortigen BewohnerInnen wollen nicht einsehen, dass an Stelle „ihres“ Wäldchens künftig eine Betriebsanlage stehen soll. „Nur einen Steinwurf entfernt, am Rautenweg in Wien, stehen viele Objekte leer“, meint der Betroffene weiter und verweist darauf, dass gerade die zu erwartende Firma mit ihrer „Umweltfreundlichkeit“ wirbt. Zwar seien Ersatzforstungen geplant, doch bis zur tatsächlichen Wirksamkeit dieser neuen Begrünung würden Jahre vergehen.

    Stand der Dinge ist, dass die Baugenehmigung für das Objekt bereits erteilt ist. Und der Vertreter der Betreiberfirma versteht die Aufregung der betroffenen Siedler überhaupt nicht. Es würde doch sowieso keine Lärmbelastungen auf sie zukommen und schließlich wäre das Grundstück erst vor kurzem von Industrie- in Gewerbegebiet umgewidmet worden.

    Darüber hinaus hätte man doch den Siedlern großzügig einen Randstreifen des Grünlandes zum Kauf angeboten. Aber: Egal was die Vertreter des geplanten Betriebes behaupten, ohne unerwünschte Nebenwirkungen für die AnrainerInnen wird es wohl nicht gehen. Zumindest die täglichen An- und Abfahrten des Personals werden für mehr Verkehr und ein Mehr an Belastungen sorgen.

    Die Situation überschauend bleibt die Frage offen: Was unternimmt eigentlich die verantwortliche Politik in dieser Sache? Die schaut offensichtlich wieder einmal nur zu. Das Gebiet liegt zwar in Niederösterreich, doch an der Stadtgrenze Wiens. Es ließe sich bei etwas gutem Willen von Seiten der Landespitzenpolitik beider Bundesländerdoch Einiges bewirken. Noch dazu bei dem bekannt guten Draht zwischen den Landeschefs Häupl und Pröll.

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