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    Friday, 17. November 2017 @ 18:40

    100 Jahre Frauentag – „ro*sa Donaustadt

    Keine halben Sachen

    von Renate Mocza, „ro*sa Donaustadt

    Wie Heidi Niederkofler im „Standard“ schreibt, ist es fraglich, ob man den 19. März 1911 als ersten Frauentag bezeichnen kann. 1892 war in Wien eine Veranstaltung unter dem Namen „Erster österreichischer Frauentag“ von bürgerlich-liberalen Frauen geplant. Sozialistinnen haben sich damals davon klar abgegrenzt. Frauentage fanden in der Folge zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt. 1921 beschlossen kommunistische Frauen, einen Internationalen Frauentag zu feiern... Nach dem Ende des 1. Weltkrieges war die zentrale Forderung nach einem Frauenwahlrecht erfüllt, weshalb einige Jahre kein Frauentag begangen wurde. Kommunistinnen entschieden sich neben der Wiederaufnahme des Frauentages auch für den 8. März. Dies in Anlehnung an einen Frauenstreik am 23. Februar 1917 (Februarrevolution in Russland). Für Westeuropa ergab sich durch die andere Kalenderrechnung daraus der 8. März. So war der 8. März also zuerst der Frauentag der Kommunistinnen. Sozialistinnen wählten dafür andere Tage. Erst mit der Ernennung des Internationalen Frauentags als offizieller UNO-Feiertag wurde dieses Datum parteienübergreifend gültig.

    Heidi Niederkofler: „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der öffentliche Raum ein männlich dominierter Raum war. Eine wichtige Rahmenbedingung und somit auch gesellschaftliche Realität war, dass es Frauen zu diesem Zeitpunkt verboten war, Mitglied in politischen Vereinen zu sein. Als unter diesen Voraussetzungen Frauen als Frauen auf die Straße gingen, um auf ihre Rechte zu bestehen, war das eine Grenzüberschreitung und verursachte natürlich Wirbel.“

    Männlich dominiert ist der öffentliche Raum auch heute noch, obwohl es in Architektur, Gestaltung öffentlicher Grünanlagen und auch im Bereich des öffentlichen Verkehrs einige bereits realisierte Ideen gibt, die der Frage „Wem gehört der öffentliche Raum?“ frauen- und kinderbewußt Rechnung tragen.

    Ein Beispiel ist das Frauenwohnprojekt „ro*sa Donaustadt“ in der Anton-Sattler-Gasse, das seit Dezember vorigen Jahres offiziell „Johanna Dohnal-Haus“ heißt. Zum 8. März ist von „ro*sa Donaustadt“ eine Fotodokumentation zur Entstehung des Frauenwohnprojektes geplant. Neben anderen Aktivitäten plant „ro*sa“ am Eingang des Hauses einen „amnesty for women“-Infostand, wo Petitionslisten aufliegen werden, deren Hauptthemen Steinigungen von Frauen im Iran und die Forderung nach gerichtlicher Verurteilung der Massenvergewaltigungen in Bosnien sind. (Während die „anderen“ Kriegsverbrechen wenigstens die Gerichte beschäftigen, sind die Vergewaltigungen nicht einmal Thema.)

    Das heißt: Kommt, unterschreibt und schaut Euch das „ro*sa“ Haus an! Hingewiesen sei auch noch auf das Österreichische Museum für Volkskunde, das aufgrund einer Arbeit des Kreisky-Archivs die Jubiläumsausstellung FESTE KÄMPFE 100 JAHRE FRAUENTAG präsentiert. Die Ausstellung zeigt in Foto-, ild- und Tondokumenten die Geschichte des Frauentags von den ersten Demonstrationen für das Frauenwahlrecht auf der Wiener Ringstraße vor dem ersten Weltkrieg bis zur Aneignung und Institutionalisierung des Frauentags durch verschiedenste autonome Frauengruppen.

    Aufruf zur Demo der 20.000 Frauen am 19.03.2011 - Hier klicken!