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    Sunday, 28. May 2017 @ 01:14

    Frauen. Bewegen. Donaustadt

    Geschichte und GeschichtenAusstellung, Broschüre und Buch über außergewöhnliche Frauen aus unserem Bezirk.

    Die Autorin Liselotte Hansen-Schmidt, bekannt durch ihre zahlreichen Veröffentlichungen über die Bezirksgeschichte, hat wieder eine interessante Ausstellung gestaltet. Diesmal ging es um Donaustädter Frauen mit unterschiedlichen und ungewöhnlichen Lebensläufen. Dazu gehören Unternehmerinnen, genauso wie bekannte Persönlichkeiten oder Widerstandskämpferinnen gegen den Nationalsozialismus.

  • Anna Bastel (1873-1956) wurde im Alter von 26 Jahren von ihrem Mann mit der Geschäftsführung seines Kaisermühlner Kaufhauses (1896 gegründet) betraut, das sie viele Jahrzehnte erfolgreich führte. Das große Warenhaus war eine Attraktion und Institution im Viertel und Anna Bastel eine erfolgreiche Geschäftsfrau und Mittelpunkt eines großen Freundeskreises.

  • „Mutter Dasovsky“ wurde Hermine Dasovsky (1903-1964) von den Insassen des Straflagers Lobau genannt. Sie betrieb dort nicht nur eine kleine, einfache Gastwirtschaft, genannt „Schönes Platzerl“, sondern half den von den Nazis inhaftierten Menschen – das waren Belgier, Franzosen, Jugoslawen, Holländer und ungarische Juden – wo sie nur konnte und setzte dabei oft genug ihr Leben auf’s Spiel.

  • Die Hauptschullehrerin Christine Scholz (1927-2002) war mit ihrem Beruf und Aspern auf das Engste verbunden. Über ihre Lehrtätigkeit hinaus organisierte sie unter anderem nicht nur zahlreiche kulturelle Schulveranstaltungen und betreute die Schulbibliothek, sondern küm-merte sich auch ganz speziell um schwierige Kinder.

  • Man lese und staune: Maria von Trapp (1905-1987), die berühmte Mutter der noch berühmteren Trapp-Familie, stammte aus unserem Bezirk! Aufgewachsen ist sie als Maria Kutschera in der Kagraner Schrottensteingasse und wurde als Kindermädchen und spätere Frau des Barons Trapp mit ihrem Kinderchor weltberühmt. Sie wanderte mit ihrem Mann, der überzeugter Antifaschist und Gegner des Hitlerregimes war, in die USA aus. Da begann auch der Siegeszug des Trapp-Familien-Chors um die ganze Welt. Ihr Bestseller „The Story of the Trapp Family Singers“ wurde dreimal verfilmt und war Grundlage eines Musicals.

  • Anna Wundsam (1898-1986) hatte einen Widerstandskämpfer in ihrer Wohnung in Kagran versteckt. Als sie und ihre Tocher Hilde Zimmermann (1920-2003) verhaftet wurden, mussten sie erkennen, dass sie einem abgekarteten Spiel der Gestapo aufgesessen waren. Im KZ Ravensbrück, wohin man sie gebracht hatte, lernten sie, unter anderen, Antonia Bruha (1915-2006), ebenfalls eine Donaustädterin, kennen. Einmal bekam Anna Wundsam einen Mantel von einer Mitgefangenen mit den Worten: „…. dass du ihn noch in Freiheit tragen kannst!“ Da dachte sie sich: „Ja, lebt die am Mond? In der Freiheit den Mantel tragen? Das ist ja der höchste Optimismus, den man sich überhaupt vorstellen kann!“ Diese drei Frauen aus unserem Bezirk überlebten das Todes-KZ. Sie waren nach dem Ende des verbrecherischen Nazi-Regimes bemüht, im Sinne des „Nie wieder!“ vor allem die Jugend über diese schreckliche Zeit aufzuklären.

    Dies sind nur einige Beispiele von insgesamt dreißig Donaustädterinnen, über die auch in einer Broschüre und in einem Buch erzählt wird. Diese Schau, die als Wander- und Leihausstellung konzipiert ist, verdient es, als wichtiger Beitrag zur Zeitgeschichte unseres Bezirks größere Verbreitung zu finden.

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