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    Tuesday, 26. September 2017 @ 18:32

    Fluglärm: Erfolgsbilanz oder Märchenstunde?

    FluglärmKleine Verbesserungen für Essling in Sicht.

    Eine kleine Broschüre der Flughaften Wien AG beschreibt eine Anzahl von Erfolgen, die von massiven Ausbauten, steigenden Passagierzahlen und neuen Arbeitsplätzen berichten. Auch vom vergangenen Mediationsverfahren, dem neuen Dialogforum und den ausgehandelten Maßnahmen zur angeblichen Verbesserung der Situation der fluglärmgeplagten Bevölkerung ist die Rede.

    Da steht die Frage im Raum: Was brachte und bringt das für Essling?

    Eines vorweg: Die Fluglärmbelastung hat sich dort bis heute nicht verändert! 27% der Anflüge auf Wien gehen über unseren Bezirk. Noch dazu ist dies bei Süd- oder Südostwindlage, die einzige mögliche Route. Eine erste Maßnahme für ganz Wien ist die "Lärmzonendeckelung". Das heißt, es werden keine weiteren Flugzonen eingerichtet. Da auch für die Spitzenpolitik von Wien und Niederösterreich eine Deckelung der Flugbewegungen nicht in Frage kommt, kann das bei ansteigender Zahl von An- und Abflügen nur ein Mehr an Belastungen für die schon bisher Betroffenen bedeuten. Eine "ständige Optimierung der An- und Abflüge" durch die Austro Control bedeutet nur wechselnde Geschädigte, einmal in dieser dann in jener Zone. Die "schrittweise Reduktion der Nachtflüge" (23:30 bis 5:30Uhr) soll Essling ab 2008 zu Gute kommen. Weniger Flüge in der Nacht, bedeuten aber auch Verschiebung dieser in die Zeitzonen knapp davor und danach. "Technischer Lärmschutz", zum Beispiel die Finanzierung von Lärmschutzfenstern, bezahlt der Flughafen Wien aber nur für am stärksten überflogene Regionen. Also auch nicht für Essling? Ein "Umweltfonds" zur finanziellen Unterstützung für Infrastruktur-Maßnahmen der Anrainergemeinden und für umweltrelevante Projekte könnte ab 2008 aber auch Essling nützen. Derzeit werden entsprechende Verhandlungen über solche Zuschläge geführt.

    Von der Mediation zum Dialogforum

    Das sogenannte "Dialogforum", wo, nach dem Ende des Mediationsverfahrens, alle Probleme be- und verhandelt werden sollen, zeigte sich bis jetzt als eine eher schwerfällige Einrichtung. Auch die Schaffung von "Bezirkskonferenzen" machte die Arbeit nicht effektiver.

    Wie sieht es nun mit der 3. Piste aus?

    Diese wird gebaut werden, aber nur in Zusammenhang mit einem funktionierenden "Curved approach"-System, mit dem die anfliegenden Maschinen in die neugeschaffene Flugschneise einschwenken. Essling hat man unabhängig von der 3. Piste, die Anwendung dieses Verfahrens zu gesagt, was die Region von jedem Fluglärm entlasten würde. Nur: "Curved approach" braucht ein europäisches Satellitensystem und klappt zurzeit noch nicht.

    Als letzte Frage bleibt: Wie ist das mit der "Fluglärm-Steuer"?

    Aus dem Dialogforum kommt der Vorschlag lärmabhängiger Start- und Landegebühren. Wer laut anfliegt zahlt mehr, wer leisere Maschinen einsetzt zahlt weniger. Diese Idee ist, auf den ersten Blick, ein Schritt in die richtige Richtung. Doch: Die Airlines werden deshalb nicht gleich neue Maschinen anschaffen und bei steigenden Gewinnen die höheren Ausgaben vorerst in Kauf nehmen. Die Mehreinnahmen durch diese Gebührenerhöhung wird natürlich vom Flughafen geschluckt und nicht etwa zur Verbesserung der Fluglärmsituation verwendet werden. So bleibt vieles, ob Nachtflugverbot, Curved approach oder leisere Jets, für Essling ein weit entferntes mögliches Licht am Ende des (Fluglärm-) Tunnels.

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