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    Sunday, 28. May 2017 @ 20:26

    Flugfeld Aspern - Stadt Wien hat große Pläne

    Seestadt AspernIn den Räumlichkeiten der Bezirksvorstehung ist im Mai eine Ausstellung über die geplante Bebauung des Flugfeldes Aspern und über die Außenring-Schnellstraße zu sehen gewesen. Obwohl die Schau nur wenig angekündigt gewesen ist und nur drei Tage gedauert hat, ist sie von vielen Menschen besucht worden.

    Wenn die vorgestellten Pläne verwirklicht werden, so soll bis etwa 2013 auf den Gründen des ehemaligen Flughafens Aspern ein neuer Stadtteil mit zunächst 4.500 (später 8.500) Wohnungen entstehen. Darüber hinaus sollen sukzessive bis zu 7.000 Arbeitsplätze im gewerblichen Sektor und bis zu 18.000 im Büro- und Dienstleistungsbereich geschaffen werden. Auch Schulen, Kindertagesheime, sozialmedizinische Einrichtungen, Bibliotheken u.v.m. sind vorgesehen.

    Es bleibt zu hoffen, daß die Versprechungen betreffend Landschaft und Grünraum verwirklicht werden. Nach dem aktuellen Entwurf sollen zusätzlich zu den am West- und Ostrand bereits bestehenden Grünzügen rund 300.000 m² öffentliche Grünflächen angelegt und eine ökologisch sinnvolle Verbindung zu den Erholungsräumen in der Umgebung geschaffen werden.

    Bevor die Bauarbeiter ihre Arbeit beginnen werden, sollen allerdings noch die Archäologen an die Reihe kommen. Es wird nämlich vermutet, daß im Planungsgebiet Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Hallstattzeit liegen. Vielleicht kommt Interessantes zu Tage.

    Daß mit der Errichtung des Stadtteils auf die Donaustadt ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen zukommt, liegt auf der Hand. Diesem soll durch die Verlängerung der S 80 bis zum Flugfeld Rechnung getragen werden. Diese wird aber nur dann zweckmäßig sein, wenn die Züge alle paar Minuten fahren. Bei einem dreißigminütigen Intervall wie derzeit zwischen der Erzherzog Karl-Straße und der Hausfeldstraße wäre es schade um die Ausbaukosten.

    Auch die U 2 soll in den neuen Stadtteil führen und dort sogar zwei Stationen haben. Hier sind die Detailplanungen noch nicht abgeschlossen. Jedenfalls soll die Strecke von der Station Aspernstraße (dorthin kommt die U-Bahn wahrscheinlich Ende 2010) über die Franz-Wels-Gasse, wo es beim ehemaligen Konsumlager später einmal eine Haltestelle gehen soll, zur Station Hausfeldstraße gehen und dann parallel zu Ostbahn bis zum Flugfeld.

    Man darf gespannt sein, ob das Versprechen, in dem neuen Stadtteil eine deutliche Verlagerung vom Auto zum öffentlichen Verkehr, eingehalten werden wird. Die KPÖ Donaustadt wird die weiteren Planungen jedenfalls genau verfolgen und beobachten, ob die Bevölkerung bei der Umsetzung der Pläne auch entsprechend eingebunden wird.

    Zweifel an der Umweltverträglichkeit und versprochenen Bevorrangung des öffentlichen Verkehrs scheinen zumindest nicht unangebracht. Das zweite im Rahmen der kleinen Ausstellung vorgestellte Projekt, die Außenring-Schnellstraße spricht deutlich für eine Bevorzugung des Individualverkehrs auf Kosten der Umwelt. Ganz abgesehen davon, daß die Unterführung von Donau und Lobau von Ökologen schwer kritisiert wird, muß davon ausgegangen werden, daß der Autoverkehr vor allem bei Eßling und Süßenbrunn deutlich ansteigen wird. Und daß ein Straßenband dort, wo heute noch Felder sind, für die Umwelt unproblematisch ist, kann wohl nicht ernsthaft behauptet werden. Ein Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und die Zurückdrängung des Individualverkehrs wäre dem Projekt "Außenring Wien" jedenfalls vorzuziehen.


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